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Friedensgespräche mit Palästinensern: Netanjahu auf dem Weg nach Washington

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich auf den Weg nach Washington gemacht. Dort kommt er am Mittwoch erstmals nach zwei Jahren zu direkten Friedensgesprächen mit Palästinensern zusammen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist am Dienstag zu den ersten direkten Friedensgesprächen mit den Palästinensern seit zwei Jahren nach Washington gereist. Netanjahus Sprecher Mark Regev sagte kurz vor dem Abflug, die israelische Delegation werde am Dienstagabend (Ortszeit) in der US-Hauptstadt eintreffen. Am Mittwochmorgen sei dann zunächst ein bilaterales Treffen Netanjahus mit US-Präsident Barack Obama geplant.

Am Mittwochabend (Ortszeit) ist im Weißen Haus ein feierliches Abendessen Obamas mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Netanjahu vorgesehen. Daran nehmen auch der jordanische König Abdullah II., der ägyptische Präsident Husni Mubarak, US-Außenministerin Hillary Clinton sowie der Nahost-Gesandte Tony Blair teil.

Am Donnerstagmorgen beginnen dann im US-Außenministerium in Washington die ersten direkten Gespräche Israels und der Palästinenser seit zwei Jahren. Zur Vorbereitung der Verhandlungen hatte sich der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Montag in der jordanischen Hauptstadt Amman mit Abbas getroffen. Zuvor hatte er dort auch Beratungen mit König Abdullah II. abgehalten.

Bei den neuen Friedensverhandlungen soll es um die Kernfragen des Nahost-Konflikts gehen, wie etwa der künftige Grenzverlauf, der Status Jerusalems sowie das Problem der 4,8 Millionen palästinensischen Flüchtlinge. Auf beiden Seiten herrscht Skepsis hinsichtlich der Erfolgschancen der Gespräche, die nach Willen Obamas binnen eines Jahres abgeschlossen werden sollen.

Die Palästinenser haben gedroht, die Gespräche umgehend wieder abzubrechen, falls Israel nach dem 26. September den Siedlungsausbau im Westjordanland wieder aufnimmt. An dem Tag endet ein auf zehn Monate befristeter israelischer Baustopp in dem Palästinensergebiet. Bislang hat Israel aber keine Bereitschaft bekundet, das Moratorium über das Datum hinaus fortzusetzen.

DPA / DPA