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Gaddafi-Sohn Chamis Regierung dementiert Todesnachricht


Eine unabhängige Bestätigung gibt es bislang nicht, doch libyschen Rebellen zufolge hat Machthaber Muammar al Gaddafi einen weiteren Sohn verloren. Chamis Gaddafi soll bei einem Nato-Luftangriff getötet worden sein. Kurze Zeit später dementierte die libysche Regierung die Nachricht.

Die libyische Regierung hat Angaben widersprochen, nach denen Gaddafi-Sohn Chamis bei einem Nato-Luftangriff ums Leben gekommen sein soll. "Das sind falsche Nachrichten", sagte ein Regierungssprecher am Freitag in Tripolis. Chamis Gaddafi, der Kommandant der dem Machthaber besonders ergebenen 32. Armeebrigade, sei am Leben.

Zuvor hatten die Aufständischen erklärt, bei einem Nato-Luftangriff auf die westliche Stadt Slitan sei Chamis zusammen mit über 30 weiteren Menschen getötet worden. Die Soldaten kämpften zuletzt in Slitan. Die Stadt liegt zwischen der von Rebellen gehaltenen Enklave Misrata und der Hauptstadt Tripolis.

Eine unabhängige Bestätigung für den Tod des Gaddafi-Sohnes gibt es bislang nicht. Die Nato teilte lediglich mit, in der Nacht zum Freitag Ziele in Slitan angegriffen zu haben, darunter ein Munitionslager und eine nicht näher bezeichnete militärische Anlage. Chamis wurde seit Beginn des Konflikts in Libyen bereits mehrfach totgesagt. Der an einer russischen Militärakademie ausgebildete Offizier gilt als Hardliner.

Der Nato-Luftangriff auf die Kommandozentrale in Slitan ereignete sich mutmaßlich nur wenige Stunden, nachdem die Behörden ausländische Journalisten in die Stadt geführt hatten. Der Besuch sollte offenbar die Behauptung der Rebellen widerlegen, wonach ihre Truppen von Misrata aus in die Küstenstadt vorgedrungen seien. Wie ein AFP-Reporter berichtete, war das Stadtzentrum während des Besuchs am Donnerstag unter Kontrolle der Regierungstruppen, doch war in der Ferne Artilleriefeuer zu hören.

Nach Angaben der Regierung in Tripolis wurde in diesem Jahr bereits ein anderer Sohn Gaddafis, Saif al Arab, bei einem Nato-Angriff getötet.

roh/Reuters/AFP Reuters

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