Gaza-Streifen Israelische Raketen töten Palästinenser


Bei israelischen Militäraktionen im Gaza-Streifen sind mindesten fünf Palästinenser getötet worden. Die Knesset berät ab heute über die Räumung der jüdischen Siedlungen.

Nach israelischen Medienberichten vom frühen Montagmorgen wurden bei einem Militärangriff mindestens 5 Palästineser getötet und wenigsten 25 verletzt. Die Luftangriffe und Bodeneinsätze in der Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen seien Vergeltungsschläge für den Beschuss des jüdischen Siedlungsblocks Gush Katif am Wochenende gewesen.

Unter den Toten seien am späten Sonntagabend zwei palästinensische Polizisten gewesen. Israelische Drohnen hätten fünf Raketen auf militante Palästinenser abgefeuert, berichtete der Militärrundfunk. Bei einem anderen Luftangriff sei ein militanter Palästinenser getötet worden, hieß es im britischen Fernsehsender BBC.

Feuergefechte

In der Nacht zum Montag rückte die israelische Armee mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in Chan Junis ein. Dabei sei es zu Feuergefechten mit militanten Palästinensern gekommen. Die Streitkräfte erklärten, die Operation werde nicht lange dauern.

Am Sonntagmorgen hatte Israel zwei Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in Chan Junis mit Raketen getötet.

Israel versucht seit Wochen mit militärischen Mitteln palästinensische Raketenangriffe vom Gazastreifen auf benachbarte israelische Gebiete zu verhindern.

Räumung des Gaza-Streifens

Ab heute berät das israelische Parlament über den Plan von Ministerpräsident Ariel Scharon, den Gaza-Streifen zu räumen. Am Sonntag hatte die israelische Regierung mit großer Mehrheit die Entschädigung jüdischer Siedler für eine Räumung des Gazastreifens gebilligt. 13 Minister stimmten für und 6 gegen den Plan von Ministerpräsident Ariel Scharon.

Das so genannte "Räumungs-Entschädigungs-Gesetz" regelt die Entschädigung für die Siedler im Gazastreifen sowie in vier weiteren Siedlungen im nördlichen Westjordanland, die Scharon räumen lassen will. Darin sind auch Strafen für Siedler vorgesehen, die sich der Räumung widersetzen. Die Kabinettsentscheidung ermöglicht Scharon unter anderem die Ausstellung von Räumungsbefehlen für Siedlungen. Der für Mitte kommenden Jahres geplante Abzug aus dem Gazastreifen ist in Israel heftig umstritten. Vier der sechs Gegenstimmen kamen aus Scharons eigener Likud-Partei.

Nach israelischen Medienberichten kann Scharon bei der entscheidenden Abstimmung im Parlament mit einer knappen Mehrheit rechnen. Scharon habe Ministern von seiner Likud-Partei mit der sofortigen Entlassung gedroht, sollten sie gegen den umstrittenen Plan stimmen. Die oppositionelle Arbeitspartei will die Räumungsinitiative stützen. Die strengreligiöse Schas-Partei wird hingegen gegen den Plan stimmen. Der geistliche Führer der Partei, Rabbi Owadia Josef, hatte die Räumung am Samstagabend scharf verurteilt und alle Parteien dazu aufgerufen, dagegen zu stimmen.

DPA DPA

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