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Gazastreifen: Israel und Hamas uneinig über Waffenruhe

Nach Angaben der israelischen Regierung hat man sich mit der Hamas auf eine Waffenruhe geeinigt - doch die dementiert. Schon eine geplante Feuerpause am Donnerstag wurde angeblich nicht eingehalten.

Die Hamas hat eine israelische Mitteilung über eine Waffenruhe ab Freitag als falsch bezeichnet. "Die Nachricht über einen Waffenstillstand ist nicht korrekt, es gibt anhaltende Bemühungen, aber bis jetzt keine Einigung", sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza.

Zuvor hatte die israelische Regierung verkündet, dass man gemeinsam einen Waffenstillstand beschlossen habe. Beide Seiten "haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt, die morgen um 6 Uhr (Ortszeit) beginnen wird", hatte ein israelischer Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, in Jerusalem gesagt.

Zur Eindämmung eines massiven Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen hatte Israel am 8. Juli Luftangriffe auf Ziele in dem Küstengebiet gestartet. Bis Donnerstag wurden dadurch mindestens 230 Palästinenser getötet. Durch den anhaltenden Raketenbeschuss militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen wurde ein Israeli getötet.

Vereinten Nationen forderten Feuerpause

Einer ersten, von Ägypten vorgeschlagenen Waffenruhe Anfang der Woche hatte sich die Hamas - anders als Israel - nicht angeschlossen. Auf Forderung der Vereinten Nationen hatten die radikalislamische Organisation und Israel allerdings in der Nacht angekündigt, am Donnerstag ab 9 Uhr die Waffen für zunächst fünf Stunden ruhen zu lassen.

Dies sollte es insbesondere den Menschen im Gazastreifen ermöglichen, sich mit Lebensmitteln zu versorgen und Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Trotz der beidseitigen Verpflichtung waren nach israelischen Angaben am Donnerstagmittag drei Mörsergranaten in Israel eingeschlagen. Israel warf der Hamas vor, die Vereinbarung gebrochen zu haben.

kis/AFP/Reuters / Reuters