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Geheimdienst: CIA vernichtet Al-Kaida-Verhörprotokolle

Nach US-Medienberichten soll die CIA Mitschnitte von Verhören mutmaßlicher Al-Kaida-Terroristen vernichtet haben. Dies habe der Geheimdienst aus Angst vor Racheakten an den Geheimagenten und deren Familien veranlasst.

Der US-Geheimdienst CIA hat US-Medien zufolge Videomitschnitte von Verhören mutmaßlicher El-Kaida- Terroristen vernichtet, bei denen auch "harsche Methoden" eingesetzt wurden. Die Aufzeichnungen hätten Vernehmungen eines Vertrauten von El-Kaida-Chef Osama bin Laden sowie eines weiteren ranghohen Mitglieds des Terrornetzes gezeigt, berichtete die "Washington Post". Nach den Worten von CIA-Direktor Michael Hayden wurden die Mitschnitte vernichtet, um die Geheimagenten in den Aufnahmen und ihre Familien vor eventuellen Racheakten zu schützen.

Die Aufzeichnungen stammten den Berichten zufolge aus dem Jahr 2002 und wurden 2005 vernichtet. Ob bei den Verdächtigen zum Beispiel das sogenannte Water Boarding, das Simulieren von Ertränken bei Vernehmungen, angewendet wurde und mit welchen Mitteln sie genau verhört wurden, ist dem Zeitungsbericht zufolge unklar. Das Blatt beruft sich aber auf US-Regierungsbeamte, nach deren Angaben "aggressive Befragungsmethoden" eingesetzt worden seien.

US-Menschenrechtler kritisierten die Vernichtung der Mitschnitte. "Die CIA scheint absichtlich Beweise zerstört zu haben, aufgrund derer ihre Agenten wegen Folter von Gefangenen zur Verantwortung hätten gezogen werden können", sagte Jameel Jaffer von der Menschenrechtsorganisation ACLU der Zeitung.

Präsident George W. Bush hatte vor wenigen Wochen die "harten" Verhörmethoden von Terrorverdächtigen verteidigt, aber Folter erneut bestritten. Die USA hielten sich an internationale Verpflichtungen. "Diese Regierung foltert nicht", sagte er. Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, das Justizministerium habe in einem geheimen Memorandum 2005 ausdrücklich Gewaltanwendung bei Verhören in CIA-Gefängnissen gebilligt, darunter auch Schläge.

DPA / DPA