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Geisel-Schicksal in Somalia unklar: Französische Befreiungsaktion gescheitert

Die Befreiung einer französischen Geisel in Somalia ist gescheitert. Über den Verbleib des Geheimagenten Denis Allex gibt es widersprüchliche Angaben. Angeblich kamen er und zwei Soldaten ums Leben.

In Somalia ist bei einer versuchten Geiselbefreiung durch das französische Militär in der Nacht zum Samstag mindestens ein französischer Soldat ums Leben gekommen. Über das Schicksal des 2009 von der islamistischen Al-Schabaab-Miliz verschleppten französischen Geheimagenten Denis Allex gab es widersprüchliche Berichte. Während die Miliz erklärte, Allex sei noch Leben, befürchtet der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dass der Agent bei dem Einsatz umgekommen sein könnte. Ein weiterer französischer Soldat werde vermisst, hieß es in Paris.

Nach Angaben von somalischen Anwohnern starben bei den schweren Kämpfen in Buula-Marer, rund 110 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu, auch fünf Zivilisten und mehrere Al-Schabaab-Kämpfer. Das Verteidigungsministerium in Paris hatte zunächst erklärt, bei dem Einsatz seien drei Franzosen umgekommen.

Le Drian sagte: "Es gab sehr heftige Gefechte, während derer - und ich sage das mit aller Vorsicht - alles darauf hindeutet, dass leider Denis Allex von seinen Kidnappern getötet wurde." Der Minister bestätigte, dass bei dem Einsatz ein französischer Soldat und 17 "Terroristen" getötet worden seien.

Rebellen verschleppten angeblich verletzten Soldaten

Auch die Rebellen sprachen von eigenen Verlusten, nannten aber keine konkreten Zahlen. Nach ihren Angaben wurde Allex an einen sicheren Ort gebracht. Die Al-Schabaab werde binnen zwei Tagen über sein weiteres Schicksal entscheiden. Die Rebellen hätten bei dem rund 45-minütigen Gefecht einen verletzten französischen Soldaten in ihre Gewalt gebracht.

Die Al-Schabaab-Miliz hat in der Vergangenheit in Somalia zahlreiche Anschläge verübt. Sie versucht seit Jahren, im Süden des Landes einen islamischen Staat zu errichten und bekämpft die Regierung in Mogadischu.

Allex war für die französische Regierung als Sicherheitsberater nach Somalia geschickt worden. Einem zweiten Franzosen, der 2009 gemeinsam mit ihm entführt worden war, gelang später die Flucht. Allex ist einer von insgesamt neun von Islamisten in Afrika verschleppten Franzosen. Die meisten dieser Geiseln sind in der Gewalt der islamistischen Organisation al Kaida im islamischen Maghreb (AQM), die vor allem im Norden von Mali agiert.

kave/DPA / DPA