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Gerichtsentscheid in Murmansk: Haftbeschwerde der Greenpeace-Aktivisten abgelehnt

Ihre Anwälte hatten "unmenschliche" Haftbedingungen für die Greenpeace-Aktivisten angeprangert. Sogar die Versorgung mit Trinkwasser sei nicht garantiert. Ein russisches Gericht wies die Klage nun ab.

Die nach einem Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis festgenommenen Greenpeace-Aktivisten leiden nach Angaben eines ihrer Anwälte unter "unmenschlichen" Haftbedingungen. Sergej Golubok sagte am Montag über eine Videoübertragung aus Murmansk, die Umweltschützer würden unter anderem von ihrem Gefängnis zu Anhörungen transportiert wie "Hühner in einer schlechten Geflügelfarm".

Ein russisches Gericht hat nun eine erste Beschwerde gegen die Untersuchungshaft der Aktivisten abgelehnt. Die russische Ärztin Jekaterina Saspa müsse damit bis Ende November hinter Gittern bleiben, entschied das Gericht in der Stadt Murmansk am Dienstag. Das teilte Greenpeace bei Twitter mit.

Aufmerksamkeit auf Umweltrisiken in der Arktis lenken

Die Umweltorganisation hatte auch gegen die zweimonatige Untersuchungshaft von 27 weiteren Besatzungsmitgliedern des Aktionsschiffs "Arctic Sunrise" sowie zwei Reportern Beschwerde eingelegt, die nach dem Protest im Nordpolarmeer vor knapp drei Wochen in Russland wegen Piraterie angeklagt sind.

Die Umweltschützer hatten am 18. September versucht, eine russische Bohrinsel in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen. Ihr Schiff "Arctic Sunrise" wurde jedoch von der russischen Küstenwache aufgebracht und nach Murmansk geschleppt. Dort und in Apatity sitzen die 30 Umweltschützer in Untersuchungshaft.

jat/AFP/DPA / DPA