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Hinrichtung im Iran: Menschenrechtler befürchten baldige Steinigung

Die Hoffnung schwindet mit jedem Tag mehr: Nach der Ausstrahlung eines angeblichen Geständnisses im iranischen TV muss Sakineh Mohammadi e Ashtiani mit der baldigen Vollstreckung der bestialischen Steinigung rechnen.

Die Steinigung der zum Tode verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi e Ashtiani steht nach Einschätzung der Organisation Human Rights Watch (HRW) womöglich unmittelbar bevor. Durch das vom Staatsfernsehen übertragene angebliche Geständnis der 43-Jährigen sei die "ohnehin ernste Sorge", dass der Iran ihre Todesstrafe vollstrecken werde, noch einmal gewachsen, teilte die in New York ansässige Menschenrechtsorganisation mit.

"Die Männer, die den Iran regieren, schämen sich offensichtlich nicht, zunächst die barbarische Strafe zum Tod durch Steinigung auszusprechen und dann auf ein Fernsehgeständnis zurückzugreifen", erklärte HRW-Frauenrechtsexpertin Nadya Khalife. Es gebe "gute Gründe" zu glauben, dass das "sogenannte Geständnis erzwungen" worden sei.

Eine als Mohammadi e Ashtiani vorgestellte Frau hatte am Mittwoch im iranischen Fernsehen zugegeben, dass ihr Liebhaber ihr vorgeschlagen habe, ihren Ehemann zu töten. Sie sei dann bei dem Mord selbst zugegen gewesen. Die Frau war nicht zu erkennen, sie trug einen schwarzen Tschador, der nur ihre Nase und ein Auge frei ließ.

Anwalt rechnet mit baldiger Entscheidung

Mohammadi e Ashtianis Anwalt Dschavid Kian sagte Human Rights Watch, er rechne damit, dass die iranischen Behörden in den nächsten Tagen über die Vollstreckung der Strafe entscheiden. Sie war nach heftigen internationalen Protesten im Juli zunächst ausgesetzt worden.

AFP / AFP