Hintergrund Der bisherige Umgang mit entmachteten Gewaltherrschern


Viele Gewaltherrscher konnten sich nach ihrem Sturz bei "Freunden" im Exil unbehelligt zur Ruhe setzen. Andere wurden jedoch zur Rechenschaft gezogen - wie es jetzt mit Iraks Ex-Präsidenten Saddam Hussein geschehen soll.

So begann im Februar 2002 vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag der Prozess gegen den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic. Die Anklage macht ihn für Morde, Folter, Verfolgung und Vertreibung von Hunderttausenden von Menschen verantwortlich, die in den 90er Jahren so genannten ethnischen Säuberungen im früheren Jugoslawien zum Opfer gefallen sind.

In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Florida sitzt der frühere panamaische Militärführer Manuel Antonio Noriega wegen Drogenhandels eine Haftstrafe von 40 Jahren ab.

Kurzer Prozess für Ceausescu

Kurzen Prozess machte ein rumänisches Militärgericht 1989 mit Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu. Als Schuldiger für den Tod Tausender und die Ausplünderung des Landes während seiner 24- jährigen Diktatur wurde er mit seiner Frau Elena nur wenige Tage nach dem Sturz erschossen.

Wiederholt haben sich Diktatoren und andere Machthaber nach ihrem Rücktritt oder Sturz ins schützende Exil abgesetzt. Im französischen Exil lebt seit 1986 der berüchtigte haitianische Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier. Der ugandische Staats- und Regierungschef Idi Amin, dessen Regime zu einem der blutigsten der afrikanischen Geschichte zählt, fand Zuflucht in Saudi-Arabien, wo er 2003 starb. Der Gewaltherrscher Jean-Bedel Bokassa und selbst ernannte "Kaiser" von Zentralafrika starb 1996 nach mehrjährigem Exil in seiner Heimat. (dpa)

DPA

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