Historischer Pakt zwischen China und Taiwan Der Handel fließt wieder durch die Taiwanstraße


So nah waren sich China und Taiwan lange nicht mehr: Mit der Unterzeichnung eines historischen Handelsabkommens wird der Warenverkehr über die Taiwanstraße deutlich erleichtert. Doch viele Taiwaner sind skeptisch: Sie befürchten eine 'feindliche Übernahme' durch den großen Bruder China.

Nach jahrzehntelanger erbitterter Feindschaft haben China und Taiwan einen Handelspakt geschlossen. Das am Dienstag unterzeichnete Abkommen sieht die Abschaffung der Ein- und Ausfuhrzölle auf hunderte Produkte vor, die zwischen beiden Seiten gehandelt werden. Zudem wird der chinesischen Dienstleistungssektor für Anbieter aus Taiwan geöffnet. Dies gilt etwa für Banken, Versicherungen und Krankenhäuser.

Schon jetzt hat der bilaterale Handel ein Volumen von 110 Milliarden Dollar erreicht: Waren im Wert von 80 Milliarden werden nach China geliefert, Güter für 30 Milliarden nach Taiwan. Und trotz der seit Jahrzehnten andauernden politischen Spannungen zählen taiwanische Unternehmen zu den engagiertesten Investoren in China. Rund 40.000 taiwanische Firmen sind dort präsent. Der taiwanische Präsident Ma Ying Jeou erklärte, dank der Vereinbarung könnten Unternehmen seines Landes auf Augenhöhe mit Staaten Südostasiens konkurrieren, deren Freihandelsabkommen mit China zu Beginn dieses Jahres in Kraft trat.

Neben einer Erleichterung der Handelsbeziehungen erhoffen sich Peking und Taipeh von dem Abkommen, dessen Unterzeichnung live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen wurde, auch eine politische Annäherung. Taiwan hatte sich 1949 nach einem Bürgerkrieg von China losgesagt, Peking betrachtet die Insel aber bis heute als abtrünnige Provinz.

APN APN

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