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Honduras: Konfliktparteien stehen vor Einigung

Die honduranischen Konfliktparteien haben bei ihren Verhandlungen am Dienstag nach eigener Darstellung große Fortschritte erzielt.

Die honduranischen Konfliktparteien haben bei ihren Verhandlungen am Dienstag nach eigener Darstellung große Fortschritte erzielt. Die Vertreter des gestürzten Staatschefs Manuel Zelaya und des Übergangspräsidenten Roberto Micheletti hätten «in 90 Prozent der Themen» eine Einigung, sagte am Abend die ehemalige Richterin Vilma Morales. Nur die Frage der Wiedereinsetzung Zelayas in das Präsidentenamt des mittelamerikanischen Landes sei noch nicht besprochen worden. Die aus je drei Mitgliedern bestehenden Delegationen wollten diese Frage am Mittwoch diskutieren.

Zelaya selbst hatte zuvor die Hoffnungen auf eine Einigung in dieser Frage gedämpft, indem er der Micheletti-Partei vorwarf, mit den Gesprächen eine Lösung, nämlich seine Rückkehr an die Macht, verhindern zu wollen. Ultimativ verlangte er seine Wiedereinsetzung bis zu diesem Donnerstag, dem 15. Oktober. «Es wird ein schwerer Schlag gegen die internationale Gemeinschaft sein, wenn sie (die Vertreter Michelettis) sich weigern, das wiederherzustellen, was sie durch ihren Putsch zerstört haben», warnte Zelaya.

Laut den Vereinbarungen sind die Delegationen unter anderem übereingekommen, dem Plan des costa-ricanischen Präsidenten Óscar Arias in den meisten Punkten zuzustimmen. Demnach soll eine Regierung der nationalen Versöhnung mit allen Parteien gebildet, und wie geplant sollen Ende November Wahlen abgehalten werden. Doch wer an der Spitze dieser Regierung stehen soll, ist nicht besprochen worden.

Die internationale Staatengemeinschaft sieht in Zelaya den rechtmäßigen Präsidenten und hat stets dessen Wiedereinsetzung als Präsident gefordert. Übergangspräsident Micheletti machte dagegen klar, dass ein Wiedereinzug Zelayas nicht infrage komme. Zelaya wird Verfassungsbruch, Vaterlandsverrat und Amtsmissbrauch vorgeworfen, weshalb er nach dem Willen seiner Gegner vor Gericht gestellt werden sollte.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und vom Militär außer Landes gebracht worden. Am 21. September gelang es ihm, heimlich nach Honduras zurückzukehren. Er fand in der brasilianischen Botschaft Zuflucht.

DPA / DPA