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Honduras: Zelaya und Micheletti beenden politische Krise

US-Außenministerin Hillary Clinton spricht von einem "historischen Abkommen": In Honduras haben die Konfliktparteien nach vier Monaten ihren Streit beigelegt. Putsch-Präsident Roberto Micheletti und der gestürzte Staatschef Manuel Zelaya unterzeichneten eine Vereinbarung, die Zelaya eine Rückkehr ins Amt ermöglicht.

Die politische Krise in Honduras ist nach vier Monaten beendet. Interimspräsident Roberto Micheletti und der gestürzte Staatschef Manuel Zelaya hätten am Donnerstagabend (Ortszeit) ein Abkommen unterzeichnet, das eine mögliche Wiedereinsetzung Zelayas vorsieht, teilte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit.

Zelaya sagte, er sei optimistisch, dass er wieder als Präsident eingesetzt werde. Micheletti zufolge liegt die Entscheidung darüber beim Obersten Gerichtshof und beim Parlament. Das Abkommen sieht demnach eine Machtteilung innerhalb der Regierung vor und eine Verpflichtung für beide Seiten, das Ergebnis der Präsidentenwahl am 29. November anzuerkennen.

Zudem soll eine sogenannte Wahrheitskommission gebildet werden, um die Ereignisse vor, während und nach dem 28. Juni zu untersuchen, als Zelaya abgesetzt wurde. Die internationale Gemeinschaft wurde aufgerufen, alle Sanktionen gegen Honduras aufzuheben und Beobachter zu der Präsidentenwahl zu entsenden. Micheletti sprach von einem erheblichen Zugeständnis seiner Regierung.

Clinton stolz auf die Menschen in Honduras

US-Außenministerin Hillary Clinton würdigte die Vereinbarung zur Lösung der politischen Krise in Honduras als "historisches Abkommen". Sie gratuliere dem honduranischen Volk, dem gestürzten Präsidenten Zelaya und Putsch-Präsident Micheletti zu der Vereinbarung, sagte Clinton am Freitag bei einem Besuch in Pakistan. Ihr falle kein anderes lateinamerikanisches Land ein, das einen Bruch in seiner demokratischen und institutionellen Ordnung durch "Verhandlung und Dialog" überwunden habe, sagte Clinton. Sie sei sehr stolz auf die Menschen in Honduras, die zur friedlichen Lösung der Krise beigetragen hätten.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Ihm wird von seinen Gegnern vorgeworfen, die Verfassung gebrochen und einen Verbleib im Präsidentenamt angestrebt zu haben, was nach der derzeitigen Gesetzeslage verboten ist. Vor einigen Wochen war Zelaya heimlich nach Honduras zurückgekehrt und hatte in der brasilianischen Botschaft Zuflucht gefunden.

DPA/AP / AP / DPA