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Immigranten-Proteste: "Wir sind keine Verbrecher"

In den USA leben rund elf Millionen illegale Einwanderer, ein neues Einwanderungsgesetz aber lässt auf sich warten. Nun gehen die "Illegalen" auf die Straße, um für ihr Bleiberecht zu protestieren.

Nach den Massenprotesten vom Wochenende sind am Montag wieder Zehntausende Menschen in den USA für ein Bleiberecht von rund elf Millionen illegalen Einwanderern auf die Straße gegangen.

In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia demonstrierten nach Polizeiangaben rund 40.000 Menschen. Weitere Massenproteste sind im Rahmen eines "Nationalen Aktionstages für Einwanderer-Rechte" in mehr 100 Großstädten der USA wie beispielsweise New York, Houston, Seattle und Los Angeles vorgesehen.

Die Demonstranten wollen den US-Kongress dazu bewegen, den Streit um die Reform des Einwanderungsgesetzes beizulegen. Demokraten und Republikaner hatten sich jüngst nicht auf ein Kompromisspapier einigen können.

Englisch lernen, Strafe zahlen

Danach wäre illegalen Einwanderern, die mindestens fünf Jahre in den USA leben, die langfristige Möglichkeit einer Staatsbürgerschaft eingeräumt worden. Dafür hätten sie jedoch Englisch lernen sowie eine Strafe und Steuern bezahlen müssen. Ähnlich strittig ist ein so genanntes Gastarbeiter-Programm, das mehr als 300.000 Gastarbeitern pro Jahr einen befristeten legalen Aufenthalt sichern würde.

Am Wochenende sind allein in der texanischen Metropole Dallas rund 500.000 Menschen durch die Straßen gezogen, fünf bis zehn Mal so viele Demonstranten wie von Polizei und Organisatoren erwartet. Auch in Salt Lake City, Detroit und anderen Städten protestierten tausende Menschen, um ihren Ärger über geplante Reformen der Einwanderungsgesetze Luft zu machen.

An den Protestzügen beteiligten sich viele US-Bürger spanisch-mexikanischer Abstammung. Viele trugen weiß, die Farbe des Friedens, und schwenkten US-Flaggen. "Meine Mutter wurde in Mexiko geboren. Sie ist hier, seit sie 16 Jahre alt ist und ich bin hier, weil ich gegen das Einwanderungsgesetz bin", sagte der 25-jährige Ambrosio Garcia am Rande der Demonstration in Dallas. "Einwanderer sollten nicht kritisiert oder als Verbrecher wahrgenommen werden."

Reuters/Reuters