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Indien wählt neues Parlament: Die größte Wahl, die die Welt je gesehen hat, hat begonnen

Es ist eine Wahl der Superlative: 900 Millionen Menschen wählen in Indien ein neues Parlament. 1700 Parteien stehen auf den Wählerlisten. Die Fakten zur logistischen Meisterleistung.

Indien, Akhnoor: Unterstützer der regierenden Bharatiya Janata Partei (BJP) bei einer Wahlkampfkundgebung 

Indien, Akhnoor: Unterstützer der regierenden Bharatiya Janata Partei (BJP) bei einer Wahlkampfkundgebung 

DPA

In Indien hat die Parlamentswahl begonnen. Mit 900 Millionen Wahlberechtigten wird diese Wahl die größte, die die Welt je gesehen hat. Die Wähler können in etwa einer Million Wahllokalen über 543 Sitze im Unterhaus des Parlaments abstimmen. In jeglicher Hinsicht ist die Abstimmung eine Wahl der Superlative. Hier die wchtigsten Fakten.

Die Wähler

900 Millionen Menschen ab 18 Jahren können ihre Stimme abgeben. Ihre Anzahl ist größer als die Gesamtbevölkerung Europas und Australiens zusammen. Und die Inder sind enthusiastische Wähler. Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2014 lag die Wahlbeteiligung bei mehr als 66 Prozent.

Die Kandidaten 

Rund 1700 Parteien sind bei dieser Wahl in den 29 Bundesstaaten vertreten. Wie viele Kandidaten es insgesamt geben wird, steht noch gar nicht fest. Denn sie können sich noch in allerletzter Sekunde aufstellen lassen. Bei den vergangenen Wahlen standen mehr 8250 Menschen auf den Wählerlisten.

Im Vordergrund stehen aber zwei Parteien: Die hindu-nationalistische Partei BJP, die gerade an der Macht ist und die sozialdemokratische Kongresspartei , die seit der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien im Jahr 1947 die meiste Zeit regiert hat und nun wieder an die Macht kommen will. Premierminister Narendra Modi von BJP hat Umfragen zufolge jedoch gute Chancen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit.

Die Organisation 

Abgestimmt wird zunächst in 91 Wahlbezirken in 18 Bundesstaaten und zwei sogenannten Unionsterritorien. Danch folgen die restlichen Bundesstaaten. Die Marathonwahl findet in sieben Phasen statt. Abgestimmt wird am 11. April, 18. April, 23. April, 29. April, 6. Mai, 12. Mai und 19. Mai. Ausgezählt wird am 23. Mai.

Die Organisation der Wahl ist eine Mammut-Aufgabe. Die elektronischen Wahlmaschinen müssen zum Teil mit Hubschraubern, Booten oder auf dem Rücken von Elefanten zu den indischen Wählern transportiert werden. 

Elf Millionen Freiwillige machen die Wahlen möglich. Ihnen fallen skurrile Jobs zu. Mal müssen sie die Wähler vor Tigern beschützen, mal wilde Honigbienen fernhalten.

Video: Parlamentswahl in Indien beginnt
ivi
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