Indien Heftiger Monsunregen fordert über 120 Todesopfer


Außergewöhnlich starker Monsunregen hat in der indischen Stadt Bombay zu Erdrutschen geführt. Mindestens 120 Menschen kamen ums Leben.

Außergewöhnlich heftige Monsunregenfälle haben das öffentliche Leben in der indischen Wirtschaftsmetropole Bombay zum Stillstand gebracht und mehr als 120 Menschen das Leben gekostet. Das Innenministerium des südwestindischen Bundesstaats Maharashtra teilte mit, seit dem Vortag seien in der Hauptstadt Bombay 23 Tote zu beklagen, darunter sieben Kinder. Im Südwesten Maharashtras seien rund 100 Menschen getötet worden. Nach Erdrutschen wurden in Elendssiedlungen im Norden Bombays mehr als 200 Menschen vermisst. Die Wirtschaftsmetropole blieb auch am zweiten Tag der schweren Regenfälle von der Außenwelt abgeschnitten.

Zug- und Flugverbindungen waren wegen der Unwetter unterbrochen, Straßen unpassierbar. Die Regierung Maharashtras erklärte den Mittwoch zum arbeitsfreien Tag. Zahlreiche Menschen hatten die Nacht allerdings bereits in ihren Büros verbracht. Der öffentliche Nahverkehr der 15-Millionen-Metropole brach zusammen. Pendler saßen nach Angaben des Nachrichtensenders NDTV bis zu 18 Stunden in ihren Autos fest. Maharashtras Ministerpräsident Vilasrao Deshmukh sagte, die Regierung unternehme alle Anstrengungen, Gestrandete zu retten.

Meteorologen erwarten weitere Regenfälle

Weite Teile Bombays standen unter Wasser und hatten keinen Strom, Telefonnetze brachen zusammen. Verzweifelte Eltern versuchten, die Schulen zu erreichen, in denen ihre Kinder wegen der Unwetter nach Unterrichtsschluss geblieben waren. Die Polizei rettete 30 Schulkinder aus einem festsitzenden Bus und brachte sie vorübergehend in einer Polizeistation unter. Der örtliche meteorologische Dienst sagte weitere Regenfälle für die kommenden Tage voraus.

Zur Unterstützung der Rettungsarbeiten in Maharashtra wurde die Armee eingesetzt. Die Überflutungen erschwerten jedoch das Heranschaffen von Räumgerät. In Bombay mussten mehr als 10.000 Menschen vor den Fluten aus Slum-Hütten oder Erdgeschosswohnungen fliehen. Insgesamt kosteten die Überschwemmungen seit Beginn des Monsuns Ende Juni mehr als 400 Menschen in Indien das Leben.

DPA DPA

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