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Irak: Häftlingsaufstand endet blutig

Bei Straßenkämpfen und Bombenanschlägen im Irak sind rund ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen; ein Häftlingsaufstand wurde blutig beendet. Zudem wurde ein hoher irakischer General entführt.

Bei Kämpfen mit Dutzenden von Aufständischen östlich von Bagdad sind zwei US-Streitkräfte und ein irakischer Soldat ums Leben gekommen. Wie das Militär am Dienstag bekannt gab, wurden die Soldaten am Montag angegriffen, nachdem irakische Truppen die östliche Provinz Dijala nach Waffenlagern durchsucht hatten. Bei der Suchaktion seien "Dutzende von Terroristen" entdeckt worden. Dann sei es zu Schusswechseln gekommen. US-Truppen seien daraufhin zur Unterstützung angerückt. Das Gebiet wurde am Dienstag den Angaben zufolge weiter durchsucht.

In den vergangenen Wochen ist es wiederholt zu langwierigen Gefechten zwischen US-Truppen und Aufständischen gekommen. Erst am Samstag wurden US-Truppen in einen gut eine Stunde dauernden Angriff auf das Abu-Ghreib-Gefängnis bei Bagdad verwickelt. Dabei wurden 40 Soldaten und zwölf Häftlinge verletzt. Bislang war die Taktik der Rebellen eher, nach Anschlägen sofort wieder unterzutauchen.

Brennende Zelte und Steinewerfer

Bei einem Häftlingsaufstand im größten US-geführten Gefängnis im Irak US-Armeeangaben zufolge sind 16 Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten im Camp Bucca im Süd-Irak seien vier Wachleute, teilte das Militär am Dienstag mit. Die Häftlinge hätten sich gegen eine Verlegung aufsässiger Insassen in ein anderes Lager gewehrt. Dabei setzten einige Gefangene den Angaben zufolge ihre Zelte in Brand und warfen mit Steinen. Der Aufstand ereignete sich demnach bereits am Freitag. "Die Unruhen wurden unter Kontrolle gebracht, ohne dass die vier Wachleute und zwölf Insassen größere Verletzungen erlitten hätten", hieß es in der Erklärung der Armee.

Im vergangenen Monat hatten Gefängnisaufseher im Camp Bucca zwei Fluchttunnel entdeckt, die Häftlinge gegraben hatten. Einer der beiden Tunnel reichte bereits unter den äußeren Begrenzungszaun der Anlage hindurch.

Am Dienstag haben Unbekannte in Bagdad einen General der irakischen Armee entführt. Brigadegeneral Dschalal Mohammed Saleh sei am Morgen im Westen der Stadt aus seinen Auto gezerrt worden, teilte die Polizei weiter mit. Saleh war den Angaben zufolge Kommandeur einer Spezialeinheit der Armee, die als eine der ersten des neu formierten Heeres mit gepanzerten Fahrzeugen ausgestattet ist.

Aufständische haben in den vergangenen Monaten mehrere führende Vertreter der neuen Ordnung des Landes und der Armee entführt. Sie töteten mehrere Geiseln und veröffentlichten die Taten auf Videobändern im Internet.

Mindestens sieben Tote

Auch auf den Straßen Iraks gab es Unruhen. Bei mehreren blutigen Anschlägen sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich nördlich von Bagdad, wo Aufständische nach US-Angaben an einem irakischen Kontrollpunkt zwei irakische Soldaten töteten. Bereits am späten Montagabend wurden 30 Kilometer östlich von Tikrit zwei einheimische Militärs getötet.

Bei Explosionen zweier Autobomben im Großraum Bagdad sind am Dienstag nach Angaben der irakischen Fernsehens ein Zivilist ums Leben gekommen und laut Augenzeugenberichten mehrere US-Soldaten verletzt oder getötet worden. Ein Mann wurde bei einem weiteren Zwischenfall in Bakuba erschossen. In Basra töteten Aufständische einen Polizisten und verletzten zwei weitere, wie der Sprecher des Gouverneurs mitteilte. Unterdessen gab das irakische Verteidigungsministerium bekannt, dass ein General und seine Leibwächter in Bagdad entführt wurden, als der Militär sein Haus verlassen wollte.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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