Irak Neue Gewalt nach Bush-Besuch


40.000 irakische und US-Soldaten haben einen Tag nach dem Irak-Besuch von George W. Bush eine Offensive gegen al Kaida gestartet. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen ist es zu heftigen Feuergefechten und Anschlägen gekommen.

Einen Tag nach dem Überraschungsbesuch von US-Präsident George W. Bush im Irak, ist die Gewalt in dem Land wieder eskaliert - trotz eines Groß-Einsatzes von zehntausenden von Soldaten. Vor allem in Bagdad ist es zu Schießereien und Anschlägen gekommen.

Der Aufmarsch der rund 40.0000 Soldaten war Beginn einer Offensive gegen al-Kaida-Extremisten. Die Sicherheitskräfte errichteten zusätzliche Straßensperren und setzten Panzer ein. Die irakische Regierung und die US-Armee wollen mit den verstärkten Patrouillen den Druck auf die irakische al Kaida-Organisation nach dem Tod ihres Chefs Abu Mussab al Sarkawi erhöhen.

Die Tötung al Sarkawis in der vergangenen Woche hatten die USA als einen schweren Schlag gegen die radikal-moslemische Organisation gefeiert. Sarkawis Nachfolger drohte in einer im Internet veröffentlichten Botschaft mit Vergeltungsschlägen. Die US-geführten Truppen im Irak sowie ihre irakischen Verbündeten seien in ihren Hochburgen nicht sicher, hieß es in der Botschaft, die Scheich Abu Hamsa al Muhadschir zugeschrieben wurde Trotz der verschärften Sicherheitsvorkehrungen lieferten sich im Bagdader Stadtteil Adhamija sunnitische Aufständische Feuergefechte mit den Soldaten. Mit Steinen und Baumstämmen blockierten Bewaffnete in der Sunniten-Hochburg mehrere Straßen. Es kam zu Schusswechseln mit irakischen Soldaten.

Zivilisten flohen aus der Gegend, über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Im Norden Bagdads explodierte eine Autobombe, die offenbar gegen eine Polizeipatrouille gerichtet war. Ein Reuters-Fotograf konnte einen Mann und einen Jugendlichen brennend in dem Feuerball erkennen, der durch die Explosion ausgelöst worden war.

Bush hatte bei seinem Besuch die irakische Regierung ermahnt, die Herausforderungen in Angriff zu nehmen und entschlossen zu handeln. "Die Entscheidungen, die Sie und Ihr Kabinett treffen, bestimmen, ob Ihr Land Erfolg hat, ob es sich selbst regieren kann, selbst verteidigen und sich selbst lebensfähig halten kann", sagte Bush zu Ministerpräsident Nuri al Maliki. Maliki bekundete jetzt seine Bereitschaft, mit bestimmten Rebellen-Gruppen zu sprechen. Mit Aufständischen, die Blut an ihren Händen kleben hätten, sei jedoch kein Dialog möglich.

In der südirakischen Ölstadt Basra griffen Demonstranten die iranische Botschaft an. Hunderte Menschen skandierten Parolen gegen einen iranischen Fernsehsender und warfen ihm vor, einen schiitischen Geistlichen im Irak beleidigt zu haben.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker