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Irak: US-Soldaten wegen Massakers angeklagt

In Haditha waren am 19. November 2005 zwei Dutzend unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder bei einer Militäraktion von US-Soldaten getötet worden. Die Militärjustiz hat jetzt den mutmaßlichen Anführer der Gruppe sowie drei weitere Soldaten angeklagt.

Vier US-Soldaten sind im Zusammenhang mit dem Massaker in der irakischen Stadt Haditha von der Militärjustiz angeklagt worden. Vier weitere müssen sich unter anderem wegen Pflichtverletzung verantworten, teilte das US-Marineinfanteriekorps in Camp Pendleton (Kalifornien) mit. Die schwersten Vorwürfe richten sich gegen Truppführer Frank Wuterich, dem 13facher Mord angelastet wird. Zudem habe er seinen Untergebenen befohlen, Zivilisten zu töten.

Wie der Anwalt von Marineinfanterist Frank Wuterich mitteilte, wird seinem Mandanten aber kein Mordvorsatz vorgeworfen. Daher komme als Höchststrafe lediglich lebenslange Haft in Frage. "Um die Todesstrafe geht es hier nicht", betonte der Anwalt. Weitere im Zusammenhang mit dem Massaker genannte Marineinfanteristen hätten noch keine Anklage erhalten.

Wuterich stand im Zentrum der Untersuchungen

Wuterich gilt als der Anführer einer Gruppe von US-Soldaten, denen die Tötung der irakischen Zivilisten vorgeworfen wird. Er stand daher auch im Zentrum der Untersuchungen, die das US-Militär zum Fall Haditha eingeleitet hatte. In dem Ort waren am 19. November 2005 zwei Dutzend unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder bei einer US-Militäraktion getötet worden. Augenzeugen zufolge sollen die Soldaten die Zivilisten aus Rache für einen getöteten US-Soldaten erschossen haben. Die Verteidigung bestreitet diese Version der Ereignisse und spricht stattdessen von einem chaotischen Gefecht nach einer Bombenexplosion. Der Vorfall hatte damals weltweit Entsetzen ausgelöst.

Reuters/DPA / DPA / Reuters