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Selbstmordattentäter: Für Männer gibt es im Paradies 72 Jungfrauen - was bekommen Märtyrerinnen?

Für muslimische Männer ist die Sache klar: Im Paradies wimmelt es nur so von Jungfrauen. Über muslimische Märtyrerinnen verliert der Koran dagegen kein Wort. Gelehrte aber glauben: Leer ausgehen werden sie nicht.

Von Niels Kruse

Selbstmord Paris

In diesem Haus in Saint Denis, nördlich von Paris, sprengte sich eine Selbstmordtattentäterin in die Luft

Im muslimischen Teil des Paradieses warten auf Männer, selig, Jungfrauen. So steht es an einigen Stellen im Koran. Allerdings spricht die manchmal etwas kryptische Heilige Schrift von "Huris", was "weiß, äugig" bedeutet. Es gibt Forscher, die behaupten, mit dieser Bezeichnung seien keine Frauen, sondern Trauben oder Rosinen gemeint und die Zahl 72 (die nicht im Koran erwähnt wird) stehe symbolhaft für "sehr viele". Jedenfalls: Die Aussicht auf "72 großäugige Frauen, mit anregenden Vaginas, deren Brüste nicht hängen" (so lauten einige Beschreibungen in den Hadithen, von Mohammed gebilligten Überlieferungen) ist für radikale Muslime leider ein, nicht selten der Grund, sich und vor allem andere Menschen in die Luft zu sprengen - obwohl der Koran Selbstmord verbietet und nirgendwo erwähnt wird, ob diese Form der Belohnung überhaupt für Märtyrer gilt.

Was seltener, aber immer wieder vorkommt, ist, dass auch Frauen auf diese Weise ins Paradies streben. Oder es versuchen. Wie nun in Paris, als sich bei einer Anti-Terror-Razzia eine Frau in die Luft jagte. Allerdings ist dieser Weg zu Gott im Koran nicht vorgesehen, weswegen unklar ist, was Märtyrerinnen im Jenseits erwartet. Laut der Heiligen Schrift sind Männer und Frauen gleichgestellt - daher müssten dort also ebenfalls 72 Jungmänner auf die Verblichenen warten. Einige Gelehrte sind dagegen der Überzeugung, dass sie dort auf ihren Ehemann treffen, beziehungsweise einen Gefährten finden, sofern sie unverheiratet sind. Mit diesem einen aber, so heißt es, werden sie stets zufrieden sein.