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Israel 35.000 fordern Rache für den Tod der drei Jugendlichen


Sie wollen Vergeltung: Nach dem Tod dreier Jugendlicher in Israel haben sich auf Facebook rund 35.000 User gefunden, die gemeinsam den Ruf nach Rache unterstützen. Die Seite wurde bereits gelöscht.

In einer umstrittenen Internetkampagne haben tausende Menschen nach dem Mord an drei israelischen Jugendlichen den Ruf nach Vergeltung unterstützt. Die Facebook-Seite "Das Volk Israel fordert Rache" hatten laut Medienberichten bis zum Mittwochnachmittag rund 35.000 Menschen mit "Gefällt mir" angeklickt. Mittlerweile ist die Seite nicht mehr zu erreichen.

"Hass auf Araber ist nicht rassistisch"

Auf der Seite seien zahlreiche rassistische Fotos und Kommentare veröffentlich worden, ist in mehreren Berichten zu lesen. Ein Bild zeigte beispielsweise zwei junge Frauen. Sie hielten ein Papier mit der Aufschrift: "Hass auf Araber ist kein Rassismus, sondern ein Wert." Einige der abgebildeten Personen trugen israelische Armeeuniformen und zeigten Waffen.

Das Militär verurteilte die Kampagne nach Angaben der Zeitung "Haaretz" scharf. Der Aufruf, Unschuldigen zu schaden, sei nicht das, was man von einem israelischen Soldaten erwarte. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, man werde rassistische Äußerungen in sozialen Netzwerken juristisch verfolgen. "Wenn nötig, wird es Untersuchungen und auch Festnahmen geben", kündigte Rosenfeld an.

Truppenbewegung Richtung Gaza

In Israel und in den Palistinänsischen Gebieten ist die Lage nach dem Mord an den drei jungen Israelis und dem vermeintlichen Vergeltungsschlag angespannt. In der Nacht kam es im Gazastreifen zu Raketenangriffen militanter Palästinenser. Die israelische Armee bestätigt derweil, zusätzliche Truppen an den Rand des Gazastreifens zu verlegen. "Wir bewegen Truppen", sagte Armeesprecher Peter Lerner am Donnerstag.

Es sei auch eine begrenzte Zahl von Reservisten mobilisiert worden. Er betonte jedoch mehrfach, Israel sei nicht an einer Offensive im Gazastreifen interessiert. "Wir streben eine Deeskalation der Lage an, aber wir müssen trotzdem für alles bereit sein", sagte Lerner.

Seit Mitternacht wurden nach Worten des Sprechers 14 Kleinraketen auf Israel abgefeuert. Zwei davon hätten Häuser in der Grenzstadt Sderot getroffen. Es gab zunächst keine Berichte zu möglichen Opfern.

stb/DPA DPA

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