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Israel: Kampf um Olmerts Nachfolge beginnt

Kaum hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert seinen Rückzug erklärt, bringen sich seine Nachfolger schon in Stellung. Zu den aussichtsreichen Kandidaten zählen Außenministerin Zipi Liwni und Transportminister Schaul Mofas.

Nach der Ankündigung des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, als Ministerpräsident und Parteivorsitzender zurückzutreten, beginnt in der Kadima-Partei der Kampf um seine Nachfolge. Der israelische Onlinedienst "ynet" meldete, Außenministerin Zipi Liwni und Transportminister Schaul Mofas wollten ihre Bemühungen verstärken, ihre Anhängerschaft innerhalb der Partei auszubauen. Liwni habe einen besseren Rückhalt bei den ranghohen Parteifunktionären, Mofas hingegen sei stärker an der Basis.

Die Kadima-Wahlen sollen am 17. September stattfinden. Sollte eine Stichwahl notwendig sein, wird sie am 24. September abgehalten. Als Kandidaten für den Vorsitz gelten neben Liwni und Mofas Polizeiminister Avi Dichter und Innenminister Meir Schitrit.

Olmert hatte angesichts schwerer Korruptionsvorwürfe angekündigt, nicht mehr als Vorsitzender der Kadima-Partei zu kandidieren und nach der Wahl eines neuen Parteichefs in sieben Wochen als Ministerpräsident zurückzutreten. Damit will er seinem Nachfolger die Bildung einer neuen Regierung ermöglichen. Sollte der neue Parteivorsitzende nicht in der Lage sein, eine neue Regierung zu bilden, werden Neuwahlen notwendig.

Als Grund für seine Entscheidung nannte Olmert die "unaufhörlichen Angriffe auf meine Person". Olmert steht unter anderem im Verdacht, innerhalb von 15 Jahren rund 150.000 Dollar (96.000 Euro) vom US-Spendensammler Morris Mosche Talansky angenommen zu haben. Gegen den Regierungschef, der seit 2006 im Amt ist, wird auch wegen Spesenbetrugs ermittelt.

DPA / DPA