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Ehud Olmert: Israels Ex-Premier wegen Korruption schuldig gesprochen

Zum ersten Mal ist in Israel ein früherer Regierungschef verurteilt worden: Ein Gericht befand Ehud Olmert der Korruption für schuldig. Dabei hätte es für den Politiker noch schlimmer kommen können.

Ein israelisches Gericht hat den früheren Ministerpräsidenten Ehud Olmert zum Abschluss eines Korruptionsprozesses wegen Untreue schuldig gesprochen. Es ist das erste Mal, dass ein früherer Regierungschef in Israel verurteilt wird. Die Richter des Bezirksgerichts von Jerusalem sprachen Olmert am Dienstag aber nur in einem von drei Anklagepunkten für schuldig, wie das israelische Fernsehen berichtete. Olmert musste sich wegen drei Korruptionsaffären verantworten, die seine Zeit als Bürgermeister von Jerusalem (1993-2003) und seine Tätigkeit als Industrie- und Handelsminister (2003-2006) betreffen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 66-Jährige während seiner Amtszeit als Handelsminister dem Unternehmen eines früheren Anwalt-Partners illegal Aufträge verschaffte, wie israelische Medien berichteten. In einem zweiten Anklagepunkt folgte das Gericht der Verteidigung, wonach Olmert von der doppelten Abrechnung von Reisespesen nichts gewusst habe. Auch in dem Anklagepunkt, er habe illegal 600.000 Dollar von dem jüdischen US-Geschäftsmann Morris Talansky angenommen, wurde Olmert freigesprochen.

Die massiven Vorwürfe, die Olmert während des seit 2009 laufenden Verfahrens stets bestritten hatte, führten im Herbst 2008 zum Sturz seiner Regierung. Vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv läuft noch ein weiterer Korruptionsprozess gegen Olmert in der Affäre um das sogenannte Holyland-Bauprojekt in Jerusalem.

mlr/DPA/AFP / DPA