Israel Sieben Tote bei Angriff auf Armeeposten


Die radikalen Palästinensergruppen haben am Sonntag mit einem Angriff auf einen israelischen Armeeposten ihren Kampf gegen Israel fortgesetzt.

Vier Israelis und drei palästinensische Angreifer wurden bei einer Schießerei in der Nähe vom Grenzübergang Erez am Gaza-Streifen getötet. Damit haben die Bemühungen des palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas um eine Ende des bewaffneten Aufstandes gegen Israel einen herben Rückschlag erlitten. Israel verschärfte unterdessen die Reisebedingungen für die Palästinenser aus dem Westjordanland, die erst unmittelbar vor dem Gipfeltreffen von Akaba gelockert worden waren.

Terror nach dem Gipfeltreffen

Es war der erste Angriff seit dem Gipfeltreffen von Akaba am vergangenen Mittwoch, bei dem Israelis wie Palästinenser eine rasche Umsetzung des internationalen Friedensplans zugesagt hatten. Drei Palästinenser-Gruppen bekannten sich in einem Flugblatt zu dem Angriff. Sie hätten damit deutlich machen wollen, dass der bewaffnete Aufstand weitergehe, erklärten die Hamas, der Islamische Dschihad und die Al-Aksa-Brigaden in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Al-Aksa-Brigaden gehören zur Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat.

Die radikalen Palästinensergruppen streben die Zerstörung Israels an und sind in der Vergangenheit schon für zahlreiche Angriffe und Selbstmordanschläge auf Israelis verantwortlich gewesen. Zudem haben sie sich wiederholt gegen die Friedensbemühungen des palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas ausgesprochen. Abbas hatte sich erst vor wenigen Tagen beim Gipfeltreffen im jordanischen Akaba mit US-Präsident George W. Bush zu einem Ende der Gewalt bekannt, was die radikalen Gruppen ablehnen. Der Friedensplan sieht unter anderem die Errichtung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vor.

Als Soldaten verkleidet

Der Hamas-Vertreter Abdel Asis Rantissi sagte, die drei Gruppen seien sich in ihrem Widerstand einig. Der Krieg gegen Israel werde solange fortgesetzt wie die Besetzung dauere. Einen Dialog mit der Hamas hatte Abbas nach Angaben aus Palästinenser-Kreisen am Samstag ausgeschlossen, nachdem die Hamas ihrerseits Gespräche über den Waffenstillstand abgebrochen hatte.

Nach israelischen Rundfunkberichten hatten sich die drei Palästinenser im Schutz dichten Nebels an den Armeeposten bei Erez herangeschlichen. Nach Angaben aus Militärkreisen konnten sie recht nahe herankommen, da sie israelische Armeeuniformen trugen. Der israelische stellvertretende Verteidigungsminister Zeev Boim sagte im Rundfunk, der Angriff unterstreiche die ablehnende Haltung der militanten Palästinensergruppen gegenüber dem Friedensplan.

Westjordanland abgeriegelt

Unterdessen wurde das Westjordanland in der Nacht zum Sonntag wieder abgeriegelt. In einer Geste des guten Willens hatte Israel erst kurz vor dem Gipfel in Akaba palästinensischen Arbeitern wieder die Einreise nach Israel gestattet. Ein Armeesprecher begründet die erneute Sperre mit einer Reihe von Geheimdienstberichten über bevorstehende Angriffe.


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