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ITALIEN: Acht Tote - Zugunglück erschüttert Sizilien

28 Passagiere wurden nach Angaben der Präfektur vom frühen Sonntagmorgen verletzt, einige von ihnen schwer.

Bei einem Zugunglück sind am Samstag in Sizilien mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. 28 Passagiere wurden nach Angaben der Präfektur vom frühen Sonntagmorgen verletzt, einige von ihnen schwer. Der Schnellzug Palermo-Venedig war am frühen Abend in der Nähe der Stadt Messina aus unbekannter Ursache entgleist. Die Lokomotive und mehrere Waggons sprangen aus den Schienen und stürzten in ein unbewohntes Bahnwärterhäuschen. Unter den Toten sei eine Ausländerin, deren Nationalität die Behörden aber zunächst nicht bekannt gaben. In dem Zug, der um kurz vor 19 Uhr entgleiste, seien 190 Menschen gewesen, darunter auch eine unbekannte Anzahl ausländischer Touristen, berichtete das staatliche Fernsehen.

Abgelegener Unglücksort

Mehrere Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser von Messina gebracht. Die Rettungsarbeiten waren den Angaben zufolge äußerst schwierig, da sich das Unglück in schwer zugänglichem Gelände weit entfernt von einer Straße ereignete. Die staatliche Eisenbahn teilte mit, erste Rettungsmannschaften hätten eine Stunde gebraucht, um die Unglücksstelle zu erreichen.

Krisenstab gebildet

»Ich spürte einen gewaltigen Stoß, dann brach das Chaos aus«, berichtete ein junger Mann im Krankenhaus. Die Rettungsmannschaften setzten Hubschrauber ein, Anwohner unterstützen die Retter bei der Arbeit. Zur weiteren Hilfe kommandierte das italienische Verteidigungsministerium Soldaten ab. Die Präfektur der Region bildete einen Krisenstab. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi ließ sich noch in der Nacht über die Situation unterrichten.

Eisenbahnbrücke eingestürzt?

Unter den Toten ist den Angaben zufolge auch der Lokführer, ein anderer Eisenbahner schwebe in Lebensgefahr. Erste Vermutungen, dass es zu dem Unglück kam, weil eine Eisenbahnbrücke einstürzte, bestätigten sich nicht. Fünf der insgesamt sieben Waggons sowie die Lokomotive sprangen nach Darstellung der staatlichen Eisenbahngesellschaft aus den Schienen.

Bereits wenige Stunden danach machten Gewerkschaften mangelnde Wartungsarbeiten verantwortlich. Sie verurteilen seit Jahren Sparmaßnahmen und Personalabbau bei der Bahn, da dies die Gefahr von Unfällen erhöhe. Die italienische Eisenbahn war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Unglücksserien in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft und die Eisenbahngesellschaft leiteten Ermittlungen ein.

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