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Rassismus-Debatte : Weitere "Blackfacing"-Fotos aufgetaucht: Trudeau weiß gar nicht, wie viele es gibt

Alte Kostümbilder bringen Kanadas Premier Justin Trudeau in Erklärungsnot. Inzwischen sind drei verschiedene Aufnahmen aufgetaucht, auf denen der Politiker mit einem "Blackface" zu sehen ist. 

Kanadas Premier Justin Trudeau hat vor Wahl Ärger mit alten Kostümbildern

Kanadas Premier Justin Trudeau hat vor der Wahl Ärger mit alten Kostümbildern

DPA

Aufnahmen aus seiner Vergangenheit bringen Kanadas Premier Justin Trudeau massiv in die Kritik. Nachdem am vergangenen Mittwoch die britische "Times" ein 18 Jahre altes Foto von Trudeau in einem Aladdin-Kostüm veröffentlichte, tauchten nun weitere Fotos und Videos des Politikers in verschiedenen Verkleidungen auf. Das prekäre an den alten Aufnahmen: Trudeau griff bei seinen Kostümierungen auf das sogenannte "Blackfacing" zurück - eine Praxis, bei der das Gesicht dunkel geschminkt wird, um dunkelhäutige Menschen darzustellen.

Auf einem Video, das aus den 90er Jahren stammt, ist Trudeau mit einem schwarz bemalten Gesicht und einer Afro-Perücke zu sehen. Eine andere Aufnahme zeigt ihn bei einem Talentwettbewerb, bei dem er ein jamaikanisches Volkslied sang, das durch den amerikanischen Bürgerrechtler Harry Belafonte populär wurde, berichtet die BBC. Auch bei dieser Gelegenheit trug er eine Afro-Perücke zu einem "Blackface". Das Foto stamme aus seiner High-School-zeit, gestand Trudeau. 

Darauf angesprochen, ob es noch andere Aufnahmen dieser Art gibt, musste Trudeau aber gestehen, dass er nicht sagen kann, wie viele es geben könnte. "Ich bin diesbezüglich vorsichtig, weil ich mich auch an die Bilder, die nun aufgetaucht sind, nicht erinnern kann", sagte er vor Journalisten in Winnipeg.

Justin Trudeau beeilt sich mit Entschuldigung

Die Aufnahmen setzten Trudeau im aktuellen Wahlkampf schwer zu. Denn in Nordamerika wird das "Blackfacing" in den letzten Jahren zunehmend als rassistisch eingestuft und wahrgenommen, was vor allem durch den historischen Hintergrund dieser Praxis bedingt ist. 

Trudeau hatte sich nach dem Auftauchen des Aladdin-Fotos umgehend entschuldigt. "Ich hätte das nicht tun sollen. Ich hätte es besser wissen sollen, aber das habe ich nicht. Es tut mir wirklich leid." Er fügte hinzu: "Es war etwas, von dem ich damals nicht dachte, dass es rassistisch wäre, aber jetzt erkenne ich, dass es etwas Rassistisches war."

Nachdem nun noch das Video in die Öffentlichkeit gelangte, sagte der Premier, er habe damals nicht verstanden, wie beleidigend sein Verhalten für Minderheiten sei. "Was ich getan habe, hat sie verletzt. Es hat Menschen verletzt, die weder Intoleranz noch Diskriminierung wegen ihrer Identität ertragen sollten", betonte Trudeau.

ivi
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