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Wahlhilfe aus Nordkorea: Kim Jong Un empfiehlt Amerikanern Donald Trump als Präsident

Was für eine Unterstützung: In der Staatspresse Nordkoreas wird das Hohelied auf Donald Trump gesungen. "Wählt ihn, nicht die langweilige Hillary", fordert der Autor. Vielleicht sogar im Namen des Regimes.

Donald Trump Kim Jong Un

Was für eine Paarung: Donald Trump würde mit Kim Jong Un reden und Kim würde Trump wählen

Wenn das kein Scherz und eine Falschmeldung ist, dann hat Donald Trump nun einen sehr speziellen, weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannten und nicht ganz unumstrittenen neuen Fan: Kim Jong Un, Diktator Nordkoreas. Laut der üblicherweise gut informierten Seite "NK News" lobt ein Leitartikel der nordkoreanischen "DPRK Today" den Immobilien-Milliardär mit Ambitionen auf das Weiße Haus in höchsten Tönen: Trump sei ein "weiser Politiker" und ein "weitsichtiger Präsidentschaftskandidat". Besonders dessen Bereitschaft zu Gesprächen mit Kim Jong Un könnte helfen, die koreanische Halbinsel wiederzuvereinigen, so der Autor, der sich Han Yong Mook nennt. "Der Präsident, den die amerikanischen Bürger wählen sollten, ist nicht die langweilige Hillary", heißt es weiter.

Was bezweckt Nordkorea mit der Lobpreisung?

Natürlich muss der Artikel nicht zwingend die offizielle Meinung der Staatsführung widerspiegeln, aber es wäre sehr ungewöhnlich, wenn die staatlich kontrollierten Medien eigenmächtig und ohne Zustimmung von oben derartige Meinungen veröffentlichen würden. Von "NK News" befragte Experten sehen in dem Schreiben vor allem einen Testballon: "Er (Trump, d.Red.) ist der Dennis Rodman der US-Politik: schrullig, grell, risikofreudig. Und noch ist er ein Außenseiter", sagt John Feffer vom Washingtoner Thinktank Foreign Policy in Focus. Pjöngjang hoffe, dass er entweder gewählt werde, oder aber zumindest, dass seine Ankündigungen (also bilaterale Gespräche auf Führungsebene) das politische Spiel ändern könnten, so Feffer weiter.


Nordkorea drängt seit einigen Wochen wieder verstärkt auf einen Dialog mit dem verfeindeten Süden und dessen Verbündeten USA. Auch die etwas kühlen Beziehungen zu China will das Regime wieder aufbessern. Zudem sei die Führung bereit, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über das Atomprogramm zurückzukehren. In der Vergangenheit hat die Führung in dem isolierten Land immer dann verstärkt den Kontakt mit den Nachbarn gesucht und Gesprächsbereitschaft signalisiert, wenn sich die Versorgungslage im Land deutlich verschlechtert hatte.

Donald Trump würde gerne Kim Jong Un treffen

Donald Trump hatte vor einiger Zeit gesagt, als US-Präsident habe er keine Probleme damit, sich mit dem nordkoreanischen Diktator persönlich zu treffen, um mit ihm über das Atomprogramm zu reden. Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen hatte das Gesprächsangebot Wahlkampfpropaganda abgetan. "Es liegt natürlich im Ermessen meines Obersten Führers, ihn zu treffen oder nicht", sagte Botschafter. Er glaube aber, Trumps Idee oder Worte seien Unsinn.

nik