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US-Kongresswahlen Teurer Kampf um Wählerstimmen


Fast drei Milliarden Euro kostete der Wahlkampf aller Kandidaten zur US-Kongresswahl. Ein Rekord - der dennoch nicht für alle Erfolg verspricht. Umfragen zufolge müssen Obamas Demokraten zittern.

Kurz vor Öffnung der ersten Wahllokale an der amerikanischen Ostküste #link;http://www.stern.de/politik/ausland/wahlen-zum-us-kongress-barack-obama-der-mann-dem-nichts-gelang-2149953.html;zittert die Partei von US-Präsident Barack Obama# um ihre Mehrheit im Senat. Jüngste Umfragen sagen für die Kongresswahlen am Dienstag eine Machtübernahme der Republikaner voraus, womit die "Grand Old Party" dann die Kontrolle über beide Parlamentskammern hätte. "Washington Post", "New York Times" und das Umfrage-Blog "FiveThirtyEight" rechneten der Partei Chancen von 70 bis 96 Prozent aus, das Oberhaus an sich zu reißen. Sie müssen den Demokraten dafür sechs der 100 Sitze abnehmen.

In der teuersten US-Kongresswahl aller Zeiten mischten sich die Kandidaten bis zur letzten Minute unter die Bevölkerung, auch um mögliche Nicht-Wähler zu mobilisieren. Nach Berechnungen des unabhängigen "Center for Responsive Politics" verursachte der Wahlkampf aller Kandidaten Kosten in Höhe von rund 3,67 Milliarden Dollar (2,94 Milliarden Euro). Da die Amerikaner neben den Wahlen zum Senat in allen 50 Bundesstaaten aufgerufen sind, ihre Abgeordneten zu wählen, warben die Gegner landesweit mit Auftritten, TV-Werbung und Anzeigen für Stimmen.

Schlechte Umfragewerte für Obama

210 Millionen Amerikaner waren bei den letzten Kongresswahlen im Jahr 2010 wahlberechtigt, allerdings gingen damals mit 95,9 Millionen Menschen nur 45 Prozent wählen. Bei den Präsidentschaftswahlen, die deutlich mehr Menschen an die Urnen treiben, gaben vor zwei Jahren 62 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner ihre Stimmzettel ab. Offizielle Angaben zur Zahl der aktuell Wahlberechtigten gibt es nicht.

Bei der Wahl werden auch die Weichen für Obamas letzte zwei Jahre im Weißen Haus gestellt. Wegen seiner schlechten Umfragewerte zeichneten US-Medien bis kurz vor der Wahl das Bild eines Politikers, der als Hoffnungsträger angetreten war und über die Jahre dann von der Washingtoner Realität eingeholt wurde. Obama habe eine "Reise vom triumphierenden, bestätigten demokratischen Helden zum politischen Mühlstein, der auf den Chancen seiner Partei lastet" zurückgelegt, schrieb die "Washington Post". Umfragen zufolge werden von Obama frustrierte Bürger die Wahl nutzen, um seine Partei abzustrafen. Verliert Obama den Senat, hätte er kaum noch politischen Spielraum.

Wahl-Experten hatten in den vergangenen Tagen mit immer neuen Modellen berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit welcher Senatssitz aus welchem Bundesstaat an die eine oder andere Seite fallen wird. In Arkansas, South Dakota und West Virginia wird etwa erwartet, dass die demokratischen Amtsinhaber das Zepter an ihre republikanischen Gegenspieler abgeben müssen. Im Abgeordnetenhaus dürften die Republikaner ihre Macht den Umfragen zufolge noch ausbauen. Derzeit halten sie dort 234 Sitze, die Demokraten haben 199 Sitze.

kup/DPA DPA

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