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Flüchtlingsdrama: Chaos auf Kos

"Die Gefahr eines Blutvergießens ist real", schreibt der Bürgermeister der griechischen Insel Kos an die Regierung in Athen. Rund 7000 Migranten seien dort angekommen - das kleine Eiland ist damit überlastet.

Flüchtlinge kommen mit einem Schlauchboot nachts am Strand von Kos an.

In kleinen Schlauchbooten landen die Flüchtlinge an der Küste von Kos. Meist sind sie an der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste gestartet. Die Situationen auf zahlreichen anderen Insel im Osten der Ägäis sieht ähnlich aus.

Knüppel, Fäuste, Feuerlöscher – Die Polizei auf Kos ist mit dem derzeitigen Flüchtlingsstrom überfordert. Die Vertriebenen blockieren die Küstenpromenade, fordern lautstark Papiere, um die Insel schnellstmöglich wieder verlassen zu können. Augenzeugen berichten von Schlägereien und Polizisten, die ihre Schlagstöcke einsetzen, um sich zu wehren.

Zu den Spannungen soll es gekommen sein, als Flüchtlinge versuchten, in eine Polizeiwache einzudringen, um sich registrieren zu lassen. Die Polizei wollte die Registrierung allerdings im Stadion stattfinden lassen. Die Situation auf Kos gerät zunehmend außer Kontrolle. Demnach befinden sich derzeit 7000 Flüchtlinge auf der 30.000-Einwohner-Insel. Die meisten wollen weiter nach Athen, bevor sie versuchen, andere EU-Länder zu erreichen. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vergangene Woche die EU zu Hilfe gerufen, da sein Land überfordert sei. Nach UN-Angaben trafen seit Jahresbeginn knapp 124.000 Flüchtlinge in Griechenland ein.

eol / DPA / AFP
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