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Kranker Staatschef: Venezuela macht Feinde für Chávez' Krebs verantwortlich

Venezuelas Vizepräsident Nicolás Maduro schürt Gerüchte um die schwere Krebserkrankung von Hugo Chávez. Er will prüfen lassen, ob Feinde den Staatschef, der mit dem Tod ringt, gezielt infiziert haben.

Venezuelas Vize-Präsident Nicolás Maduro schließt nicht aus, dass die schwere Krebserkrankung von #link;http://www.stern.de/politik/ausland/nach-krebseoperation-venezuela-veroeffentlicht-erstes-chavez-foto-1972337.html;Staatschef Hugo Chávez# auf eine gezielte Infizierung zurückzuführen ist. Die Regierung werde genauestens prüfen, wie die im Juni 2011 bei Chávez diagnostizierte Krebserkankung entstanden sei. Die USA und die Feinde der Regierung hätten einen "pyschologischen und schmutzigen Krieg" gegen Chávez und Venezuela geführt. Er räumte ein, dass Chávez derzeit die "schwersten Stunden" seit seiner Krebsoperation im Dezember durchlebe.

Die historischen Feinde hätten immer die Möglichkeit gesucht, die Gesundheit "unseres Kommandanten" zu schädigen. "Das wird von einer speziellen Kommission untersucht werden. Wir haben schon Hinweise, und es wird der Moment kommen, diese Untersuchungen durchzuführen", sagte Maduro am Dienstag bei einer Sondersitzung des Kabinetts und der Militärführung in Caracas.

Er verkündete zugleich die Ausweisung des US-Militärattachés David del Mónaco, der in Venezuela in "konspirative Pläne" verwickelt gewesen sei. Er habe sich mit venezolanischen Militärs getroffen, um Pläne zur Destabilisierung Venezuelas voranzutreiben.

Gesundheitszustand weiterhin heikel

Die Regierung hatte erst am Montag erklärt, das Immunsystem von Chávez sei so geschwächt, dass eine neue schwere Infektion aufgetreten sei. Die Erkrankung der Atemwege habe sich noch einmal verschärft. Das 58-jährige Staatsoberhaupt habe sich einer intensiven Chemotherapie unterzogen. Sein Gesundheitszustand sei weiterhin heikel.

Chávez hatte sich am 11. Dezember in Kuba seiner vierten Krebsbehandlung innerhalb von eineinhalb Jahren unterzogen. Seitdem wurden lediglich ein paar Fotos von ihm in einem Krankenhausbett veröffentlicht. Mitte Februar kehrte Chávez überraschend nach Caracas zurück. Offiziellen Angaben zufolge liegt er in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt.

Vor seiner Abreise nach Kuba im Dezember hatte Chávez Maduro als Wunschnachfolger bezeichnet.

kmi/DPA/Reuters / DPA / Reuters