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Zum Tod von Hugo Chávez: Politiker trauern um den "Kämpfer für Gerechtigkeit"

Ein "herausragender Führer", der Venezuela "tief geprägt hat" und ein "bleibendes Erbe hinterlässt": Politiker verschiedenster Länder würdigen den verstorbenen Staatschef Hugo Chávez.

Die Trauer um den gestorbenen venezolanischen Präsidenten ist groß. Auch Politiker würdigen Hugo Chávez. Kremlchef Wladimir Putin hat Chávez in einem Kondolenzschreiben als "herausragenden Anführer" gewürdigt. "Er war ein außerordentlicher und starker Mensch, der in die Zukunft blickte und sich selbst stets die höchsten Maßstäbe auferlegte", schrieb Putin nach Kremlangaben vom Mittwoch an Vizepräsident Nicolás Maduro. Der russische Staatschef lobte zudem Chávez' persönlichen Einsatz für die bilateralen Beziehungen. Moskau und Caracas sind enge Partner. Venezuela ist einer der wichtigsten Käufer russischer Waffen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat den Tod als "tiefen Einschnitt" für das südamerikanische Land gewertet. "Ich setze darauf, dass Venezuela nach Tagen der Trauer den Aufbruch in eine neue Zeit schafft", erklärte er am Mittwoch in Berlin. "Venezuela hat ein großes Potenzial, und Demokratie und Freiheit sind der richtige Weg, um dieses Potenzial zu verwirklichen."

Frankreichs Staatschef François Hollande bezeichnete Chávez in einem Kondolenzschreiben als streitbaren Kämpfer für Gerechtigkeit. "Der verstorbene Präsident stand für sein Temperament und für Orientierungen, die nicht von jedem geteilt wurden, aber darüber hinaus für einen nicht zu leugnenden Willen, für Gerechtigkeit und Entwicklung zu kämpfen", hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Chávez werde als jemand in die Geschichte eingehen, der sein Land tief geprägt habe. Er sei aber überzeugt, dass es Venezuela gelingen werde, die nun folgende schwere Zeit demokratisch und spannungsfrei zu meistern, schrieb Hollande.

Chávez hinterlässt ein bleibendes Erbe

Der britische Außenminister William Hague sagte: "In 14 Jahren als Präsident von Venezuela hat er eine bleibendes Erbe in seinem Land und darüber hinaus hinterlassen", erklärte Hague am Mittwoch. Er sei sehr betroffen gewesen, als er von dem Tod des Politikers erfahren habe. Irlands Präsident Michael Higgins erklärte, seine Gedanken seien bei den Menschen in Venezuela. Chávez habe in seiner Amtszeit sehr viel erreicht, vor allem für die Entwicklung seines Landes und die Armutsbekämpfung, sagte Higgins.

Auch die Europäische Union hat ihre Trauer bekundet. In einer sechs Zeilen langen Erklärung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vom Mittwoch in Brüssel heißt es, die EU habe "mit Trauer" auf die Nachricht vom Tode des Präsidenten reagiert. "Venezuela hat sich durch seine soziale Entwicklung und für seinen Beitrag zur regionalen Integration Südamerikas ausgezeichnet", heißt es weiter. "In der Hoffnung auf eine Vertiefung unserer Beziehungen in der Zukunft möchten wir dem Volk und der Regierung Venezuelas unser aufrichtiges Beileid und unsere Anteilnahme übermitteln."

kave/DPA / DPA