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Krisenherd Irak: Mindestens 29 Tote bei Anschlag in Bagdad

Drei Tage vor dem ersten Jahrestag des Kriegsbeginns im Irak hat eine Autobombe in Bagdad mindestens 29 Menschen in den Tod gerissen, über 50 Menschen wurden verletzt.

Drei Tage vor dem ersten Jahrestag des Kriegsbeginns im Irak hat eine Autobombe in Bagdad mindestens 29 Menschen in den Tod gerissen. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf amerikanischen Militärangaben. Das vierstöckige Mount Lebanon Hotel (Dschabal Lubnan) wurde durch die Explosion am Mittwochabend schwer beschädigt.

Nachdem sich vor dem Gebäude in der Nacht im Gedränge der Opfer und Helfer chaotische Szenen abgespielt hatten, betrachtete die Polizei am Donenrstagmorgen bei Tageslicht den großen Krater, den die Bombe in die Straße gerissen hatte. Die von einigen Augenzeugen zunächst vertretene These, eine Rakete habe das Gebäude getroffen, schied deshalb für die Polizei aus.

Annan ruft zu gemeinsamer Anstrengung für Stabilisierung Iraks auf

Die US-Armee geht davon aus, dass die Täter 500 Kilogramm Sprengstoff benutzten. Wie bei allen Anschlägen in Bagdad eilte auch diesmal der stellvertretende Innenminister Ahmed Kadhim als einziger Regierungsvertreter direkt zum Ort der Explosion. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben von Augenzeugen vor allem um Araber. In dem Appartementhotel, lebten nach CNN-Angaben auch Geschäftsleute aus den USA und Großbritannien.

Angesichts des verheerenden Bombenanschlags forderte UN-Generalsekretär Kofi Annan eine stärkere Zusammenarbeit aller Staaten für die Herstellung «eines Minimums an Stabilität im Irak». Zudem sei es jetzt wichtig, dass «die internationale Gemeinschaft und all jene, die mit den Irakern zusammenarbeiten, standfest und entschlossen bleiben», sagte Annan in der Nacht zum Donnerstag Journalisten in New York. «Es ist sehr tragisch, dass wir all diese brutalen Angriffe in Bagdad erleben», sagte er weiter. Sie würden nicht nur die Bemühungen um Stabilität schwer beeinträchtigen, sondern auch den Alltag der Menschen im Irak überschatten, die bereits viel durchgemacht hätten.

Zwei US-Soldaten bei Rebellenangriff getötet

Unweit von Bagdad sind bei einem Angriff mit Mörsergeschossen auf ihren Stützpunkt zwei US-Soldaten getötet worden. Sechs weitere Soldaten wurden verwundet, wie die US-Streitkräfte heute mitteilten. Demnach erfolgte der Angriff am Mittwoch auf das Hauptquartier des 13. Armeekorps für Logistik in der Stadt Balad. Ein US-Soldat sei sofort tot gewesen, der zweite sei später in einem Feldlazarett gestorben. Zwei der Verwundeten befänden sich noch im Krankenhaus.