Kuba Bush mobilisiert Exilkubaner


Die Ära Fidel Castro geht offenbar dem Ende entgegen. Zum ersten Mal sprach ein Regierungsmitglied von einer "friedlichen Machtübergabe". George W. Bush mobilisiert derweil die Exilkubaner in den USA.

Die Erkrankung von Präsident Fidel Castro ist offenbar schwerer als bisher angenommen. Einem Regierungsmitglied zufolge wurde bereits eine Machtübergabe eingeleitet. „Die friedliche Übergabe hat stattgefunden.“ Fernandez Retamar war das erste Mitglied der kubanischen Regierung, das von einer Machtübergabe sprach. Die Betonung auf „friedlich“ versteht die kubanische Regierung als eine Botschaft an die USA. Die Erwartung der US-Regierung, dass Kuba nun im Chaos versinke, sei nicht erfüllt worden, sagte Retamar am Montag. „Sie haben nicht damit gerechnet, dass eine friedliche Nachfolge möglich ist“, so der der führende kubanische Intellektuelle.

Retamar und weitere prominente linksgerichtete Intellektuelle haben die USA aufgerufen, die Krankheit des kubanischen Staatschefs nicht zur Einmischung in die inneren Angelegenheit des Landes zu missbrauchen. Der Brief mit 400 Unterschriften wurde am Montag von Retamar auf einer Pressekonferenz in Havanna veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Friedensnobelpreisträger wie der frühere Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu und die guatemaltekische Menschenrechtlerin Rigoberta Menchu.

Verbal hat US-Präsident George W. Bush indes bereits Stellung bezogen. Bei einem Wandel von einer "tyrannischen Situation" zu einer anderen Gesellschaft müsse die Bevölkerung auf der kubanischen Insel die notwendigen Entscheidungen treffen, sagte Bush am Montag in Crawford. "Wenn das kubanische Volk dann über die Bildung einer neuen Regierung entschieden hat, dann können auch die Exilkubaner sich beteiligen und die Rücknahme der Konfiszierung von Eigentum anstreben", sagte der US-Präsident weiter. Zahlreiche Exilkubaner fordern die Rückgabe von Besitztümern, die nach der kommunistischen Machtübernahme Fidel Castros 1959 enteignet worden waren.


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