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Libyen: Gaddafi auf der Flucht erschossen

Schluss im Drama um Muammar al Gaddafi: Der ehemalige libysche Machthaber wurde auf der Flucht erschossen.

Der gestürzte libysche Machthaber Muammar el Gaddafi ist tot. Das teilte der Nationale Übergangsrat am Donnerstag mit. Zuvor hatten bereits das libysche Fernsehen und Al Arabija, berichtet, Gaddafi sei auf der Flucht erschossen worden. Er sei in einem Autokonvoi in seiner Heimatstadt Sirte unterwegs gewesen, als er angegriffen wurde. Seine Leiche soll bereits von Sirte nach Misrata gebracht worden sein.

Anfangs hieß es am Donnerstag, Gaddafi sei während der Festnahme durch Schüsse in die Beine verletzt worden sein. "Er wurde festgenommen. Er ist schwer verletzt, aber er atmet noch", sagte Mohammed Leith, einer der Kommandeure des Übergangsrats, der Nachrichtenagentur AFP. Er habe ihn selbst gesehen, fügte er hinzu. In Tripolis feierten die Menschen zunächst die Festnahme des Ex-Machthabers.

Auch sein Verteidigungsminister soll tot sein

Von dem Langzeitdiktator fehlte seit dem 27. August jede Spur. Er war immer wieder an verschiedenen Orten vermutet worden, wie unter anderem in der Wüstenstadt Sebha oder aber in einer Oase im Süden des Landes. Seine letzten Hochburgen waren Bani Walid und Sirte - beide Städte wurden inzwischen eingenommen.

Seine Heimatstadt war erst am Donnerstag von Milizen des Übergangsrates nach wochenlangen Kämpfen erobert worden. Mit dem Fall von Sirte und der Festnahme Gaddafis ist seine 41 Jahre lange Herrschaft beendet.

Al-Arabija meldete außerdem, in Sirte seien Gaddafis Sohn Muatassim und Abdullah al-Sanussi, ein enger Vertrauter des ehemaligen Machthabers, festgenommen worden. Ein weiterer hochrangiger Kommandeur Gaddafis soll getötet worden sein.

ben/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters
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