Los Angeles Schwarzer von Polizisten misshandelt


Erinnerungen an den Fall Rodney King werden wach: In Los Angeles ist ein schwarzer Verdächtiger von weißen Polizisten schwer misshandelt worden. Der Vorfall wurde gefilmt.

Aus einem Hubschrauber heraus zeichnete eine Fernsehkamera am Mittwoch auf, wie ein Beamter nach einer Verfolgungsjagd mit einer Taschenlampe auf den 36-jährigen Stanley Miller einschlägt. Die Bundespolizei FBI und die Staatsanwaltschaft leiteten Ermittlungen ein.

Flucht im gestohlenen Auto

Die Polizei nahm am frühen Morgen die Verfolgung eines gestohlenen Wagens auf. Auf der Flucht stieg der Verdächtige aus dem Auto aus und rannte zunächst weg, schien sich dann aber zu ergeben. Mehrere Polizisten zwangen den Mann zu Boden. Auf dem Video ist weiter zu sehen, wie einer der Polizisten elf Mal mit einer Taschenlampe aus Metall auf den Oberkörper des Verdächtigen schlägt.

"Es lässt sich nicht leugnen, dass es sehr schlimm aussieht, was auf dem Video zu sehen ist", sagte Polizeichef William Bratton der "Los Angeles Times". "Aber es sollte kein vorschnelles Urteil gefällt werden, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind."

Der stellvertretende Polizeichef Earl Paysinger sagte, mehrere an der Festnahme beteiligte Beamte würden in den Innendienst versetzt. Die drei Polizisten, die auf dem Video am aggressivsten erschienen, seien weiß. Die Polizei erklärte, Miller sei bei der Festnahme nicht ernsthaft verletzt worden. Er selbst habe angegeben, am Kopf getroffen und eine Verletzung an der Nase erlitten zu haben. Er wurde im Krankenhaus behandelt.

Vergleich mit Fall Rodney King

Bürgerrechtsgruppen zogen Vergleiche mit der Misshandlung des schwarzen Autofahrers King durch vier weiße Polizisten im Jahr 1991. Im Anschluss an den Freispruch der Polizisten kam es in Los Angeles zu Rassenunruhen, bei denen innerhalb von vier Tagen 55 Menschen getötet und mehr als 2.000 weitere verletzt wurden. "Da wären wir wieder, es ist wieder wie bei Rodney King", sagte Bürgerrechtsaktivist Najee Ali. Und Morris Griffin, Vertreter einer Organisation, die sich gegen Polizeigewalt einsetzt, fragte: "Wie lange wollen wir noch herumsitzen und zusehen, wie unsere Brüder und Schwestern derartig behandelt werden?"

Andrea Almond, AP AP DPA

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