HOME

Mail aus Mumbai: Nur fliegen ist schöner

Die Finanzkrise hat sich nach Einschätzung eines indischen Börsen-Astrologen schon früh abgezeichnet: am Himmel über Indien. Dort hat sich bei einer Fluggesellschaft auch ein Drama abgespielt, das für viele Inder wohl größer gewesen sein dürfte als die Börsenturbulenzen.

Von Swantje Strieder, Mumbai

Nicht nur Wall Street, auch die glitzernde Finanzmetropole Mumbai hat in der Krise viel von ihrem Glanz verloren. Der Sensex, Indiens Aktienindex halbierte sich von seinem Höchststand von 21.206 im Januar dieses Jahres auf zeitweise sogar unter 10.000 Zähler. Nervosität ist überall spürbar an der Mumbaier Börse, auch wenn die indischen Tageszeitungen die bad news über den Wirtschaftscrash geschickt mit den good news über den sensationellsten Cricket Run aller Zeiten sozusagen als appetitliches Häppchen servieren. 12.000 Cricket-Pluspunkte gegen 11.000 Börsen-Miese. Doch das hellt die Stimmung nicht auf.

Musste es soweit kommen? Hätten die Lehman Brothers und alle Finanzhaie dieser Welt doch vorher bei einem echten Spezialisten wie dem Börsen-Astrologen Raj Kumar Sharma, 48, nach den Sternen und vorherrschenden kosmischen Energien gefragt. Denn nicht nur US-Nobelpreisträger Paul Krugman, auch Mr. Sharma in Mumbai hätte den Ackermännern, den Groß-, Kleinst- und Zentral-Bänkern dieser Welt den Crash vorausgesagt, der nur nach westlicher Meinung an der Gier der Bänker, nach östlicher Weisheit aber an der falschen Sternenkonstellation lag. "Wenn Saturn und Sonne im gleichen Haus stehen wie Anfang September geschehen, ist die Krise im Aktienmarkt angesagt", meinte Raj Kumar Sharma, der seit 16 Jahren den indischen Börsianern die Sternzeichen der höchst komplizierten Hindu-Mythologie deutet, zur Nachrichtenagentur AFP. Ob Geschäftsabschluss oder Wahltermin, ob Firmenfusion oder Autokauf, sogar beim Thema Liebe und Eheschließung heißt es in Indien: Nicht ohne meinen Astrologen! Denn Sterne lügen bekanntlich nicht.

Am Himmel ist die Hölle los

Doch die Turbulenzen am indischen Flieger-Himmel hat auch Sharma nicht vorrausgesagt, was verständlich ist, denn schließlich sind wir gerade mitten in der dreimonatigen Hindu-Festsaison. Da kümmern wir uns lieber um den Elefantengott Ganesh, der doch so schön unser Geld vermehrt hat - bisher jedenfalls - oder um die Welten zerstörende zehnarmige Göttin Kali, deren wild feiernde Anhänger in bunten Karnevalsumzügen tagelang die Straßen blockieren. Da können wir nicht noch zum Himmel gucken, obwohl da gerade die Hölle los ist. Vergangene Woche gaben die beiden Bosse von Indiens Starfluglinien Jet Airways und Kingfisher, gestern noch die schärfsten Konkurrenten, ihre strategische Allianz bekannt. Soweit so gut. Beide Fluglinien gelten als topp, Jet Air wurde sogar im September noch vom Business Traveller Magazine als Airline des Jahres ausgezeichnet.

Beide Unternehmen halten etwa 29 Prozent des indischen Luftverkehrs, doch ihre Eigner könnten unterschiedlicher nicht sein: "Jedes neue Crew-Mitglied wird von mir persönlich ausgesucht", dröhnte Kingfisher-Boss Vijay Mallya noch vor kurzem, und auf die Maße und Aussehen seiner hübschen Flugbegleiterinnen angesprochen: "Wer bei mir keine Anstellung bekommt, wird Modell!" Während Bierbrauer Mallya eher ein Paradiesvogel in der Branche ist, hat sein Jet Air-Konkurrent Naresh Goyal das Luftfahrtgeschäft als Manager mehrerer asiatischer Airlines von Grund auf gelernt. Und auch, wie man sich vornehm im Hintergrund hält: Ungern tritt der väterlich wirkende Goyal, 58, vor die Presse, Fotos wie der Bruderkuß mit dem polternden Mallya haben Seltenheitswert. Der wahre Grund der Vereinigung ist wohl weniger Sympathie von Mann zu Mann, sondern die massiven Geldsorgen der zwei Tycoons. Beide Airlines fliegen rund 1,5 Millionen Euro Verluste täglich ein, bei Jet Airways soll sich die Schuldenlawine sogar auf zehn Milliarden Euro angehäuft haben. Kein Wunder, daß beide Fluglinien die Schubumkehr auslösen und zusammenrücken.

Kündigungen über's Handy

Doch schon 24 Stunden später kam es ausgerechnet bei Goyals Jet Air, die vom Logo bis hin zum Service stets wie eine frisch geschminkte Lufthansa-Kopie auftritt, zum Eklat: Erst kündigte die Airline die Entlassung von 750, ein paar Stunden später sogar von 1900 Crew-Mitgliedern an. Die niemand vom Management verständigt hatte: In den Hotellobbies standen weinende Flugbegleiterinnen und wütende Jet-Mitarbeiter, die auf den Crewbus zum Einsatz nach Bangalore, Bangkok oder Brüssel gewartet hatten und stattdessen über's Handy fristlos gekündigt wurden. Die Muster-Airline war plötzlich zur häßlichen Heuschrecke mutiert, die junge gut ausgebildete Leute rausschmeißt, weil die Topmanager nicht rechnen können.

Als Indiens schöne Töchter, die sonst immer nur lächelnd posieren, in ihren makellosen kanariengelben Uniformblazern traurig und verzweifelt auf der Straße standen und mit selbst gebastelten Plakaten und Gewerkschaftsfähnchen vor den Fernsehkameras fuchtelten, kochte der Volkszorn über. Selbst Politiker, die vorher ihr höfliches Desinteresse an der Misere bekundet hatten, griffen plötzlich zum Telefonhörer. Diwali, das große indische Familienfest naht, da darf es keine Disharmonien geben. "Man kann doch die Leute nicht einfach vor dem Lichter-Fest entlassen", moserte ausgerechnet Petroleum-Minister Murli Deora, der Mitschuld an eben jenen hohen Steuern auf Flugbenzin trägt, die die Airlines in die Knie zwingen.

Überraschende Wendung vor Mitternacht

Doch kurz vor Mitternacht kam es zu einer überraschenden Wendung, die einer Bollywood Soap Opera würdig war. Da bat ein weinender Naresh Goyal vor laufenden TV-Kameras um Verzeihung und versprach, alle 1900 Kündigungen rückgängig zu machen. "Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich entschuldige mich für alles, was passiert ist", stammelte der weißhaarige Patriarch, "ich bitte euch alle, fangt gleich morgen früh wieder mit der Arbeit an!" Die Tränen seiner Flugbegleiter hätten ihn zutiefst erschüttert. "Meine eigene Tochter ist auch 19 Jahre alt, meine Jet-Mitarbeiter sind um die zwanzig", so Goyal, "ich kann ihren Kummer und Enttäuschung nicht ertragen." Ob er die Entscheidung unter politischem Druck aus Neu Dehli getroffen habe? "Beim Haupte meiner Mutter, nein", beteuerte der Jet-Patriarch, es sei ganz allein seine Entscheidung: "Wir sind doch eine große Familie!"

Ob es in der großen glücklichen Jet Air Familie jemals wieder so wird wie vorher? Das Lächeln der Töchter und Söhne, die am Donnerstag wieder im gelben Uniform-Blazer antraten, wirkte ziemlich gefroren. Jeder weiß, dass die Familienbilanzen tief in der Kreide stehen und so oder so drastische Sparmaßnahmen drohen. Die rührende Version vom Familienoberhaupt mochte ohnehin niemand glauben, zumal Luftfahrminister Praful Pratel behauptete, er persönlich habe dem Jet Air Boss ein 24-Stunden-Ultimatum gestellt. Übrigens trat der sonst so laute Kingfisher Boss Mallya und Goyals neuer Allianz-Partner sehr leise auf. Noch hat er keine seiner hübschen Flugbegleiterinnen im roten Blazer gefeuert, dafür aber drastische Gehaltkürzungen angedroht: bei Co-Piloten auf Probe sogar um 90 Prozent- von 3000 auf 300 Euro im Monat. Nichts ist schöner als Fliegen!

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.