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Menschenrechtsbeauftragter der EU Löning fordert Aufnahme von Flüchtlingen in allen EU-Ländern


Der Menschenrechtsbeauftragte der EU, Markus Löning, verlangt künftig von allen EU-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen. Bisher sind nach EU-Recht nur die Einreiseländer für die Asylbewerber zuständig.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP) hat sich für eine Aufnahme von Flüchtlingen durch alle EU-Staaten ausgesprochen. "Ich glaube, dass bei den Flüchtlingen wir nicht alleine auf die Ankunftsländer setzen können", sagte Löning in der ARD-Sendung "Report Mainz" vom Dienstag. Viel mehr sei er der Meinung, "dass wir als andere Europäer ein Stück weit das mit schultern müssen." Nach EU-Recht sind derzeit in der Regel die Einreiseländer für die Versorgung von Asylbewerbern und die Prüfung ihrer Asylanträge zuständig.

"Report Mainz" berichtete in der Sendung über Gewalt von Beamten der griechischen Küstenwache gegen Bootsflüchtlinge vor den Küsten des Landes. In einem Video war ein Flüchtlingsboot mit brennendem Motor zu sehen. Menschen aus dem Boot versuchten, auf ein Schiff der griechischen Küstenwache zu gelangen. Uniformierte Beamte treten jedoch mit Stiefeln auf die Flüchtlinge ein, um sie daran zu hindern.

Franziska Vilmar von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sagte in der Sendung, auch seien wehrlose Flüchtlinge aus ihren Schlauchbooten auf Schiffe der Grenzschutzbeamten gebracht und dort misshandelt worden. "Unterdessen hatte die Küstenwache diese Schlauchboote schon mit Messern zerstört, den Motor abgebaut, und dann hat man diese Flüchtlinge einfach auf offener See zurückgelassen", sagte Vilmar.

ds/AFP AFP

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