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Mexiko: Acht Tote bei Überschwemmungen

Im Süden Mexikos leiden die Bewohner unter den schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren: Tausende sitzen auf den Dächern ihrer Häuser und warten auf Hilfe. Unter ihnen stehen die Straßen bis zu sechs Meter unter Wasser. Acht Menschen kamen bereits ums Leben.

Bei Überschwemmungen im Süden Mexikos sind bislang acht Menschen ums Leben gekommen. Unter ihnen sind nach Angaben der Behörden fünf Bewohner von Chiapas, die von Flüssen weggerissen wurden, und ein achtjähriges Mädchen, das von einer Brücke stürzte. In dem an Chiapas angrenzenden Bundesland Tabasco gingen die Fluten allmählich zurück. Die Stadt Villahermosa stand aber am Samstag weiter unter Wasser. Staatspräsident Felipe Calderón sprach von einer der schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte Mexikos. Dem tropischen Sturm "Noel" fielen in der Karibik mehr als 130 Menschen zum Opfer, darunter mindestens 48 in Haiti und 82 in der ebenfalls auf der Insel Hispaniola gelegenen Dominikanischen Republik.

Überfüllte Notunterkünfte und Massenflucht

Tausende von Hilfesuchenden überfüllen inzwischen in Tabasco, einem Ölstaat am Golf von Mexiko, die Notunterkünfte. Und ebenfalls Tausende haben das Katastrophengebiet bisher fluchtartig verlassen, um in den Nachbarstaaten Campeche und Veracruz vorübergehend Schutz zu suchen. Nach wie vor waren Zehntausende von Bürgern auf den Dächern ihrer Häuser im Zentrum der Hauptstadt Villahermosa von den Wassermassen eingeschlossen. Sie warten seit mehreren Tagen darauf, aus dieser Lage befreit zu werden.

Im ganzen Land werden Hilfsgüter und Lebensmittel gesammelt und in die Unglücksregion transportiert. Obwohl Präsident Felipe Calderón den Sicherheitskräften befohlen hatte, die verlassenen Gebiete zu schützen, plünderten Dutzende von Bürgern einen Supermarkt und andere Geschäfte. Die Lage sei zunehmend chaotisch, berichtete ein Helfer. Sie sei nicht unter Kontrolle. Es fehlten vor allem Lebensmittel und Trinkwasser. Viele Menschen seien verzweifelt auf der Suche nach Familienangehörigen.

Reuters / Reuters