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Mubarak-Prozess in Ägypten: Meilenstein in der arabischen Geschichte

Husni Mubarak vor Gericht. Für Millionen Menschen, die Jahrzehnte lang vor dem ägyptischen Despoten gezittert haben, ist dieses Bild eine Erlösung. Doch das Verfahren birgt auch Gefahren.

Von Steffen Gassel, Beirut

Der Diktator hinter Gittern. Auch ein halbes Jahr nach dem Sturz Husni Mubaraks war dieses Bild noch so unvorstellbar, dass viele Ägypter bis zur letzten Minute daran zweifelten, ob sie ihren ehemaligen Präsidenten wirklich als Angeklagten im Käfig zu sehen bekommen würden. "Er wird nicht kommen. Und selbst wenn: Die Verhandlung wird eh nach ein paar Minuten auf Monate vertagt." So antworteten viele Menschen in Kairo und Alexandria wenn man sie in den vergangenen Tagen nach ihren Erwartungen fragte.

Dass ihre Erwartungen vom heutigen Prozessauftakt übererfüllt worden sind, ist gut. Auf Millionen Menschen, die 30 Jahre lang vor dem System Mubarak gekuscht, gezittert und gelitten haben, müssen die Fernsehbilder von heute Vormittag wie eine Erlösung gewirkt haben. Der gefürchtete Herrscher im Krankenbett und hinter Gittern: "Herzerwärmend" sei es gewesen, Husni Mubarak so zu sehen, sagt der ägyptische Blogger Hossam al-Hamalawy am Abend auf al-Jazeera. Er ist einer von Zehntausenden, der die Rücksichtslosigkeit des alten Regimes in dessen Folterkellern zu spüren bekommen hat.

Mühsal der juristischen Aufarbeitung

Doch wie stark und erlösend die Symbolik der Bilder aus dem Gerichtssaal in der Kairoer Polizei-Akademie auch gewesen sein mag: Sie birgt auch Gefahren. Denn nach dem unerwarteten Höhepunkt gleich zu Prozessbeginn droht dem Gericht nun die mühselige Arbeit der juristischen Aufarbeitung.

Mubarak im Sinne der Anklage die Verantwortung für die tödlichen Schüsse auf Demonstranten während des Aufstands im Januar und Februar nachzuweisen, dürfte schwer werden. Auf jeden Fall wird es dauern, wahrscheinlich Monate. Und genau darin liegt ein Risiko. Denn es ist fraglich, ob ein Volk, dem nach jahrzehntelanger Diktatur das Verständnis für die Mechanismen rechtsstaatlicher Prozesse fehlt, die nötige Geduld für ein annähernd faires Verfahren aufbringen kann. Zumal für viele Ägypten das einzig gerechte Urteil schon vor Prozessbeginn feststand: Tod durch den Strang.

Unangenehme Wahrheiten über Ägyptens neue Machthaber

Mindestens ebenso unsicher ist indes, ob diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass Mubarak heute im Angeklagten-Käfig saß, überhaupt eine faire Aufarbeitung der Anklagepunkte zulassen werden. Ägyptens neue Militärmachthaber, allen voran der alte Mubarak-Intimus und Generalfeldmarschall Hussein Tantawi, sind so verstrickt in das korrupte System des Ex-Präsidenten, dass ein offener Prozess über kurz oder lang auch unangenehme Wahrheiten über sie zu Tage fördern dürfte. Genau damit schien Mubarak-Anwalt Farid Deeb zu drohen, als er heute forderte, Tantawi müsse als Zeuge vor dem Gericht erscheinen.

Es ist ein Meilenstein der modernen arabischen Geschichte, dass sich mit Husni Mubarak tatsächlich einer der alten Betonköpfe der arabischen Welt vor dem eigenen Volk für seine Taten verantworten muss. Vielen von Mubaraks noch aktiven Amtskollegen zwischen Riad und Rabat wird beim Anblick der Fernsehbilder aus Kairo der Schock in die Glieder gefahren sein.

Ob das heutige Datum aber als ein wirklicher historischer Wendepunkt hin zu demokratischeren Verhältnissen in der arabischen Welt in die Geschichte eingehen wird , muss sich erst noch zeigen. Das Gefühl der Euphorie und Erlösung, von dem viele Ägypten heute sprachen - es kann schnell in bittere Enttäuschung umschlagen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(