Myanmar Militärputsch gegen Demokratisierung


War es eine Säuberungsaktion der Militärjunta? Ministerpräsident und Geheimdienstchef von Myanmar (vormals Birma) Khin Nyunt ist wegen Korruptionsverdacht unter Hausarrest genommen worden.

Bereits seit Monaten gab es Spekulationen über eine Absetzung Khin Nyunts, der das südostasiatische Land demokratisieren wollte und daher zunehmend mit der seit 1962 herrschenden Militär-Junta in Konflikt geriet. "Die thailändische Regierung hat Informationen erhalten, dass General Khin Nyunt als Ministerpräsident abgesetzt und unter Hausarrest gestellt wurde", sagte ein thailändischer Regierungssprecher am Dienstag in Bangkok.

"Die Person, die diese Anordnung unterzeichnet hat, hat gesagt, Khin Nyunt sei in Korruption verwickelt gewesen und sei für sein Amt nicht geeignet." Khin Nyunt hatte sein Amt im vergangenen Jahr angetreten. In seiner Amtszeit hatte er einen "Fahrplan zur Demokratie" entwickelt, der als ersten von sieben Schritten eine neue Verfassung Myanmars vorsah.

General Than Shwe, der starke Mann der Militär-Junta, gilt als Gegner einer Demokratisierung und als Rivale des Ministerpräsidenten. Aus Diplomatenkreisen der burmesischen Hauptstadt Rangun hieß es, Offiziere der Nummer Zwei der Junta, Maung Aye, hätten Khin Nyunt festgenommen.

1990 hatte die Nationale Liga für Demokratie von Aung San Suu Kyi die Wahlen in Myanmar gewonnen, war von der Junta aber an der Machtübernahme gehindert worden.

Reuters Reuters

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