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Nach Sturm auf Kapitol Bolsonaro verteidigt Trump – und warnt, Brasilien könne ähnliches Chaos drohen

Sehen Sie im Video: US-Präsident Trump verurteilt Ausschreitungen am Kapitol.




In einer Videobotschaft sagt der scheidende US-Präsident Donald Trump, er wolle sich nun auf eine geregelte Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden fokussieren. Der scheidende US-Präsident Donald Trump verurteilt die Ausschreitungen seiner Anhänger beim Sturm des Kapitols. Es sei ein "abscheulicher Angriff" gewesen, teilt Trump in einer Videobotschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Die Demonstranten hätten mit ihrer Aktion "den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden und repräsentierten nicht Amerika.
Erstmal äußerte sich Trump auch zu der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden, und sagte:
"Jetzt hat der Kongress die Ergebnisse bestätigt. Am 20. Januar wird eine neue Regierung vereidigt. Mein Fokus liegt nun darauf, einen reibungslosen, geordneten und nahtlosen Machtwechsel zu gewährleisten. Dieser Moment erfordert Heilung und Versöhnung", so Trump in dem Video.
Mehrere Kabinettsmitglieder und Angestellte des Weißen Hauses traten als Reaktion auf die Ausschreitungen zurück. Darunter auch die US-Bildungsminister Betsy DeVos, mit der Begründung, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass Trumps Rhetorik einen Einfluss auf die Situation gehabt habe.
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Während die meisten internationalen Regierungschefs Trump für die Ausschreitungen in Washington mitverantwortlich machen, nimmt Brasiliens Präsident ihn in Schutz. Schuld sei laut Bolsonaro "mangelndes Vertrauen in die Wahl" – und das könne bald auch in seinem Land drohen.

Trotz internationaler Kritik an US-Präsident Donald Trump nach dem Sturm auf das US-Kapitol hält Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro seinem Verbündeten weiter die Treue. "Was war das Problem, das diese ganze Krise im Grunde verursacht hat? Mangelndes Vertrauen in die Wahl", sagte Bolsonaro zu Anhängern vor dem Präsidentenpalast in Brasília am Donnerstag.

Auch Brasilien könne im Wahljahr Chaos drohen

Der rechtsextreme Staatschef warnte zudem, dass ähnliches Chaos auch bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien nächstes Jahr drohen könnte. Bolsonaro ist ein vehementer Anhänger von US-Präsident Trump und unterstützt auch dessen völlig unbelegte Behauptungen von Wahlbetrug bei der US-Wahl. Die Briefwahl sei "wegen dieser Pandemie-Sache" ausgeweitet worden, erklärte er am Donnerstag.

"Es gab Leute, die drei, vier Mal gewählt haben. Tote haben gewählt. Es war Anarchie. Niemand kann das leugnen." Bolsonaro schürte zudem Bedenken, dass es bei der Wahl 2022 in Brasilien zu ähnlich turbulenten Szenen wie in Washington kommen könnte. Aufgrund des elektronischen Wahlsystems gebe es auch in Brasilien "Betrug", sagte er. Falls das Land nicht wieder die traditionelle Papierwahl einführe, stehe es vor einem "noch schlimmeren Problem als die Vereinigten Staaten".

Am Mittwoch waren tausende Trump-Unterstützer gewaltsam ins Kapitol in Washington eingedrungen und hatten vorübergehend eine Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus unterbrochen, bei der der Wahlsieg von Trumps Nachfolger Joe Biden endgültig bestätigt werden sollte. Bei den Ausschreitungen wurde eine Frau von der Polizei erschossen.

les AFP

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