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Nach Protesten in Latakia: Syriens Armee verstärkt ihre Präsenz

Die syrische Armee hat ihrer Präsenz in der Küstenstadt Latakia verstärkt. Syrische Staatsmedien hatten behauptet, "Heckenschützen" hätten auf "Passanten" gefeuert, um Unfrieden zu stiften.

Nach tödlichen Schüssen durch Heckenschützen hat die syrische Führung das Armee-Aufgebot in der Küstenstadt Latakia im Nordosten des Landes aufgestockt. Die Truppen sollten "der Zerstörung und dem Morden" ein Ende setzen, berichtete die regierungsnahe Zeitung "El Watan" am Sonntag. Dem Bericht zufolge waren in der Stadt am Samstag zwei Sicherheitsvertreter getötet und 70 Soldaten verletzt werden. Einem syrischen Behördenvertreter zufolge erschossen Heckenschützen zudem zwei Passanten. Dutzende Autos und Läden hätten in der Stadt gebrannt. Die Armee habe eingreifen müssen, "um für Sicherheit zu sorgen", berichtete "El Watan".

Die Aktivisten der syrischen Bürgerrechtsbewegung widersprachen der Darstellung: Sie meldeten, bei den bewaffneten Männern handele es sich um Scharfschützen einer Spezialeinheit der Regierung. In den vergangenen Tagen hatten Sicherheitskräfte nach Oppositionsangaben wiederholt auf demonstrierende Regimegegner geschossen. Als Reaktion auf die Unterdrückung der Proteste hat die Bürgerrechtsbewegung für Sonntag zu einem Generalstreik aufgerufen.

Die Regierung in Damaskus sieht sich seit knapp zwei Wochen Protesten von noch nie dagewesenem Ausmaß ausgesetzt. Für die Gewalt in Latakia machte Präsidentenberaterin Bussaina Schaban "einige palästinensische Flüchtlinge" verantwortlich. Die Palästinenserorganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas wies den Vorwurf zurück.

DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
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