Der umstrittene Kommandeur der Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, soll nach Medienberichten bald Minneapolis verlassen. Neben ihm sollen in Kürze auch einige seiner Grenzschutzbeamten abgezogen werden, wie die US-Sender CNN und CBS News berichteten. Sie stützen sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Nach Informationen von CNN sollen die Beamten am Dienstag die Stadt verlassen.
Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, bestätigte auf der Plattform X nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, dass einige Bundesbeamte am Dienstag damit beginnen würden, die Region zu verlassen. Nähere Angaben dazu, wen beziehungsweise wie viele Beamte das betrifft, machte er nicht. In dem Telefonat habe Trump zugestimmt, dass "die aktuelle Situation nicht weitergehen kann", erklärte Frey.
Zuvor hatte bereits Trumps Sprecherin Karoline Leavitt gesagt: "Niemand im Weißen Haus, einschließlich Präsident Trump, möchte sehen, wie Menschen auf Amerikas Straßen verletzt werden oder zu Tode kommen." Zugleich machte sie die regierenden Demokraten im Bundesstaat Minnesota für die Gewalt verantwortlich. Der eigentliche Grund für die "Tragödie" sei der "feindliche Widerstand" der Demokraten gegen die Abschiebepolitik Trumps, sagte sie in Washington.
Am Samstag war der US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse bei einem Einsatz von Bundesbeamten in der Stadt im Norden der USA gestorben. Seither baute sich immer mehr Protest in der Stadt und landesweit gegen die Trump-Regierung und ihre rigorose Abschiebepolitik auf. Die Demokraten wollen deshalb auch Haushaltsmittel für Migrationsbehörden blockieren.
Für Gregory Bovino sind die Bundesbeamten die "Opfer"
Bovino ist ein zentraler Akteur der umstrittenen Einsätze der Bundesbeamten in der demokratisch regierten Stadt im US-Bundesstaat Minnesota geworden. Er hatte nach dem Tod Prettis in einem CNN-Interview gesagt, dass die Beamten die "Opfer" seien. Auch wegen seines rigorosen Auftretens, gekleidet mit einem auffälligen Mantel, hatten Kritiker Vergleiche zu Nazi-Methoden gezogen. Bovino hatte das zurückgewiesen.
Regierungssprecherin Karoline Leavitt hatte am Mittag (US-Ortszeit) auf die Frage nach Journalisten, ob Bovino in Minnesota bleiben werde, nicht eindeutig geantwortet: Er sei ein "hervorragender Profi" und werde weiterhin die Grenzschützer im ganzen Land leiten.
Trump schickt nun einen anderen nach Minneapolis
Die Medienberichte über seinen geplanten Abzug folgten wenige Stunden auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass er nach den tödlichen Schüssen auf einen US-Bürger bei einem Einsatz von Bundesbeamten den früheren kommissarischen Leiter der Einwanderungsbehörde ICE, Tom Homan, in den Bundesstaat Minnesota schickt. Regierungssprecherin Leavitt fügte an, dass Homan die Einsätze vor Ort überwachen solle. Homan ist schon länger mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebepolitik betraut und gilt als Hardliner.
Die Ankündigung kam nach einem Telefonat zwischen Trump und Minnesota-Gouverneur Tim Walz. Der Demokrat hatte von der US-Regierung gefordert, dass sie die zu Tausenden in die Stadt für Abschiebe-Razzien geschickten Bundesbeamten abziehen soll.
Bürgermeister Frey äußerte sich nach seinem Gespräch mit Trump positiv. Er habe darin zum Ausdruck gebracht, wie sehr Minneapolis von den Migrantinnen und Migranten, die dort lebten, profitiert habe. Zudem habe er seine Forderung unterstrichen, dass der im Dezember gestartete Bundeseinsatz von Migrationsbehörden in seiner Stadt beendet werden müsse. "Der Präsident stimmte zu, dass die aktuelle Situation nicht so weitergehen kann", schrieb Frey. Er werde sich am Dienstag mit Homan treffen, um weitere Schritte zu besprechen.