Nahost-Friedensprozess Israel übergibt Jericho


Nach zähen Verhandlungen ist der Abzug Israels aus Jericho besiegelt. Die Soldaten werden die Stadt im Westjordanland noch am Mittwoch verlassen - trotz israelischer Verstimmungen im Vorfeld.

Die israelischen Streitkräfte werden sich nach Angaben aus Armeekreisen am Mittwoch aus der Stadt Jericho im palästinensischen Westjordanland zurückziehen. Darauf einigten sich Israelis und Palästinenser nach einem Online-Bericht der "Jerusalem Post" am frühen Mittwochmorgen. Der Einigung waren stundenlange Verhandlungen vorausgegangen. Immer wieder war auch von einem weiteren Aufschub der Übergabe die Rede.

Jericho ist die erste Stadt im Westjordanland, die wieder unter palästinensische Kontrolle gestellt werden soll. Die Übergabe der Stadt Tulkarem im Norden des Westjordanlandes könnte Anfang kommender Woche erfolgen, gefolgt von Kalkilijah, 25 Kilometer nordöstlich von Tel Aviv. Israel hatte den Palästinensern beim Gipfeltreffen Anfang Februar im ägyptischen Badeort Scharm al Scheich die Übergabe von fünf Städten im Westjordanland zugesagt.

Haftentlassungen geplant

Im Vorfeld hatte ein angeblicher Plan von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Verstimmungen auf israelischer Seite geführt. Berichten zufolge sollten zwei in Jericho inhaftierte radikale Palästinenser nach der Übergabe freigelassen werden. Dabei handele es sich um den Führer der Volksfront zur Befreiung Palästinas, Achmed Sadat und ein mutmaßlicher Waffenschmuggler.

Israels Außenminister Silwan Schalom drohte mit Konsequenzen, wenn die beiden tatsächlich freigelassen werden sollten. Vertreter beider Seiten betonten aber im Anschluss an die Verhandlungen, dass die Verzögerungen beim Abzug nichts mit der den angeblichen Plänen von Abbas zu tun habe.

Mahmud Abbas bemüht sich derzeit in Ägypten bei einem Treffen mit militanten palästinensischen Gruppen um deren Zustimmung zu einer Verlängerung ihres faktischen Gewaltverzichts. Die radikalen Gruppen fordern von Israel einen Zeitplan für den Truppenabzug sowie die Freilassung palästinensischer Gefangener.

DPA/Reuters DPA Reuters

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