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Neue Vorsitzende gewählt Erste Frau an Spitze der AU-Kommission


Erstmals in der Geschichte steht eine Fraun an der Spitze der Afrikanischen Union (AU). Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma bekleidet fortan das höchste Amt des Staatenbündnisses.

Als erste Frau in der Geschichte der Afrikanischen Union (AU) ist Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma an die Spitze der Kommission des Staatenbündnisses gewählt worden. Auf dem AU-Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba setzte sich Dlamini-Zuma gegen Amtsinhaber Jean Ping durch, wie ein AU-Verantwortlicher sagte. Die Entscheidung fiel erst im vierten Wahlgang.

Dlamini-Zuma werde nun die Geschicke der AU-Kommission leiten, des "operativen Arms" der Afrikanischen Union, sagte Benins Staatschef Thomas Boni Yayi nach der Abstimmung. Boni Yayi hält derzeit den jährlich wechselnden AU-Vorsitz inne. Die AU-Kommission ist das wichtigste Gremium des Staatenbündnisses.

In drei Wahlgängen landete die 63-jährige Dlamini-Zuma vor dem Gabuner Ping, der seit 2008 Präsident der AU-Kommission war, wie ein AU-Verantwortlicher sagte. Sie konnte aber nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit von 34 Ländern hinter sich bringen. Nach dem dritten Wahlgang zog sich Ping schließlich zurück, beim vierten Wahlgang erhielt Dlamini-Zuma dann die Zustimmung von 37 Staaten, also drei mehr als notwendig.

"Ganz Afrika hat gewonnen"

Beim AU-Gipfel im Januar hatten Dlamini-Zuma und Ping bereits um die Kommissions-Präsidentschaft gerungen, es kam zu keinem Ergebnis. Die Unfähigkeit, einen neuen Kommissionpräsidenten zu wählen, hatte die tiefe Zerstrittenheit der Staaten der Afrikanischen Union offenbart.

Mit Dlamini-Zuma tritt erstmals eine Frau an die Spitze der AU-Kommission. Die Ex-Frau des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, die seit 1998 von diesem geschieden ist, genoss die solide Unterstützung der Staaten im südlichen Afrika und weiter Teile des englischsprachigen Afrikas. Sie hatte jedoch vor der Wahl gesagt, es gehe ihr nicht um eine Frontstellung zwischen englisch- und französischsprachigen Staaten, sie selbst sei Zulu.

Der AU-Vorsitzende Boni Yayi sagte nach der Abstimmung, Afrika spreche mit einer Stimme. "Es gibt weder Gewinner noch Verlierer. Ganz Afrika hat gewonnen." Allerdings zeigten sich besonders die Vertreter englischsprachiger Staaten von der Wahl Dlamini-Zumas begeistert.

Dlamini-Zuma stand seit der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, an der Spitze mehrerer Ministerien ihres Heimatlandes. Zunächst war die ausgebildete Ärztin Gesundheitsministerin, dann Außen- und Innenministerin. Die 63-Jährige ist als kompetente Managerin bekannt, die ihre Ziele mit Entschlossenheit verfolgt. Für die Afrikanische Union kündigte sie an, sie wolle diese Organisation "effizienter" machen.

jat/AFP AFP

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