HOME

Neues Tonband: Bin Laden droht Israel

Terroristenführer Osama bin Laden hat sich mit einer Tonbandbotschaft zu Wort gemeldet. Darin erklärt der Al-Kaida-Chef den Kampf gegen Israel und dessen westlichen Verbündeten zum wichtigsten Ziel. Die Botschaft wurde im Internet veröffentlicht und verfügt über eine schlechte Qualität.

Terroristenanführer Osama bin Laden hat zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels den Kampf gegen den jüdischen Staat und seine westlichen Verbündeten zum wichtigsten Ziel von al Kaida erklärt. In einer in Islamistenforen im Internet veröffentlichten Tonbandbotschaft "an die Völker des Westens" heißt es, die israelische Besatzung in Palästina sei "mittelalterlich, genauso wie die Ausbeutung der Reichtümer des Iraks durch die USA". Die meisten Menschen im Westen hätten durch die tendenziöse Berichterstattung ihrer Medien falsche Vorstellungen von Israel, die er nun ausräumen wolle.

Die Stimme auf dem Band, das keine gute Tonqualität hat, ähnelt der Stimme des Terroristenanführers auf früheren Aufnahmen, die von Geheimdienstexperten als authentisch eingestuft worden waren. Die Botschaft wurde wahrscheinlich erst vor einigen Tagen aufgenommen, denn Bin Laden nimmt darin Bezug auf die Besuche westlicher Politiker in Israel, das diese Woche den 60. Jahrestag seiner Staatsgründung feiert.

"Wir werden mit Gottes Hilfe den Kampf gegen Israel und seine Verbündeten fortsetzen, (...) wir werden keine Scholle des Landes Palästina aufgeben", heißt es auf dem Bin Laden zugeschrieben Tonband, und "der Heilige Krieg um Palästina ist eine religiöse Pflicht".

Der El-Kaida-Chef kritisiert in seiner Botschaft nicht nur die westlichen Staaten, sondern auch den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, den er mit den Herrschern der Pharaonenzeit vergleicht. Er wirft ihm vor, Israel bei seinen Blockade-Maßnahmen gegen die Palästinenser in dem von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen zu helfen, indem er den Grenzübergang zu Ägypten geschlossen hält.

Außerdem erinnert Bin Laden, der in dieser knapp zehnminütigen Tonband-Botschaft kaum Bezug auf andere aktuelle Konflikte der Region nimmt, daran, wie militante Zionisten 1948 palästinensische Dörfer überfallen und Zivilisten getötet hatten. Zum jüngsten Ausbruch von Gewalt im Libanon nimmt Bin Laden nicht Stellung, allerdings nennt er die Aufstockung der UN-Schutztruppe Unifil im Südlibanon nach dem Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Sommer 2006 als Beweis für die pro-israelische Politik des Westens.

DPA / DPA