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Neuwahlen in Palästina: Hamas fühlt sich von al Kaida belehrt

Die Neuwahlpläne für die Palästinensergebiete stoßen bei der Hamas auf Widerstand und neuerdings auch bei al Kaida. Das Terrornetz fürchtet um den Heiligen Krieg in Palästina. Hamas aber verwahrt sich gegen deren "Belehrungen".

Der zweite Mann an der Spitze des Terrornetzwerks al Kaida, Eiman al Sawahiri, hat sich in einer aktuellen Videobotschaft gegen Neuwahlen in den Palästinensergebieten ausgesprochen. In dem Video, das der arabische Nachrichtensender al Dschasira ausstrahlte, sagte der ägyptische Terrorist, Palästina werde nicht durch Wahlen befreit werden. "Diese Verschwörungen schwächen das Konzept des Heiligen Krieges", sagte al Sawahiri hinzu, der als Stellvertreter von al Kaida-Chef Osama bin Laden gilt.

Zu möglichen Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern über eine Zwei-Staaten-Lösung sagt al Sawahiri: "Es ist die religiöse Pflicht jedes Muslims, das 1948 besetzte Land Palästina wiederherzustellen. Alle Vereinbarungen über eine Teilung dieses Landes sind aus religiöser Sicht abzulehnen."

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte jüngst zu Neuwahlen aufgerufen, gleichzeitig aber betont, der Weg für eine Regierung der nationalen Einheit mit der radikal-islamischen Hamas bleibe offen.

Obwohl Hamas Neuwahlen ablehnt, verbat sich ein Hamas-Sprecher die Belehrungen al Sawahiris. Ismail Radwan sagte: "Wir respektieren alle Standpunkte, aber leider klang es so, als ob al Sawahiri eine Bewegung kritisiert, die das Prinzip des Widerstandes aufgegeben hat." Hamas habe Israel nicht anerkannt und werde immer an ihrem legitimen Widerstand festhalten, so Radwan.

DPA / DPA