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Kastration und Verbannung Nordkoreaner beklagen grausame "Säuberung" des Volkes


Die Methoden wecken Erinnerungen an Adolf Hitler: Kim Jong Un wolle Menschen mit Behinderung in Nordkorea ausrotten, berichten Betroffene. Sie würden kastriert oder schon als Babys getötet.

Kim Jong Un ist als Diktator mit eigentümlichen Ansichten bekannt. Nun haben Betroffene englischen Medien aus ihrer Sicht auch dessen Vorstellungen von einem "guten" Volk geschildert: Wer nicht in sein Muster passe, werde systematisch ausgerottet; Menschen mit Behinderungen entweder gleich nach der Geburt getötet oder kastriert und für Tests mit Chemiewaffen missbraucht.

Das berichteten zwei Überlebende der "Daily Mail". Die Herrscher Nordkoreas fühlten sich "gedemütigt" durch Behinderte, so zitiert das Blatt den 32-jährigen Ji Seong-ho. Er selbst habe sich bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt, woraufhin ihm ohne Betäubung ein Bein und eine Hand amputiert worden seien.

Ji Seong-ho recherchiert nun für ein Buch über den grauenvollen Umgang mit Behinderten in Nordkorea. Etwa, so erzählt er, wie Babys mit Fehlbildungen direkt nach der Geburt aus den Kliniken geholt würden und dann "Unbeschreibliches" erleiden müssten, bis sie sterben.

Aus der Öffentlichkeit verbannt und kastriert

Zwei Abtrünnige berichteten dem "Daily Telegraph", dass Kleinwüchsige aus der Öffentlichkeit verbannt und in ein abgelegenes Dorf geschafft worden seien, das sie nicht verlassen durften. Alle Männer seien kastriert worden, damit sie sich nicht fortpflanzen können - und letztendlich aussterben. "Es gibt dort jetzt keine Behinderten mehr", so Ji. Die Schilderungen erinnern an die NS-Diktatur unter Adolf Hitler.

So auch das, was ein weiterer Überläufer berichtete. Im Cheong-yong diente nach eigener Aussage einst als Offizier in der Armee Nordkoreas. Nun berichtet er dem "Telegraph", wie die nordkoreanische Regierung Menschen mit Behinderungen für medizinische Experimente und Tests mit Chemiewaffen missbrauche. Für diese Zwecke kauften die Herrscher Eltern ihre behinderten Kinder auch ab, sagte Im. "Funktioniert das nicht, werden die Eltern bedroht."

Im floh eigenen Angaben zufolge in den 1990er-Jahren, nachdem er gesehen hatte, wie behinderte Kinder zu Tests von chemischen Waffen geschickt worden seien.

jen

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