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Korea-Konflikt spitzt sich zu: Kim Jong Un mobilisiert offenbar U-Boote und Artillerie

Die militärischen Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea halten an. Rund 50 U-Boote soll Kim Jong Un in Stellung gebracht haben. Auch Südkorea rüstet an der innerkoreanischen Grenze auf.

Südkorea bringt Geschütze in Stellung. Auch Nordkorea soll seine Artillerieeinheiten an der Grenze verdoppelt haben.

Südkorea bringt Geschütze in Stellung. Auch Nordkorea soll seine Artillerieeinheiten an der Grenze verdoppelt haben.

Nach dem jüngsten Konflikt an der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea versuchen Vertreter der beiden verfeindeten Staaten weiter, in Verhandlungen die Lage zu entschärfen. Abgesandte der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un trafen sich dafür am Sonntag erneut in der Pufferzone an der Grenze. Gespräche waren bereits am Samstag geführt worden. Dennoch waren beide Armeen in Alarmbereitschaft.

Nach Angaben des Südens verdoppelte der kommunistische Nachbar die Zahl seiner Artilleriegeschütze an der Grenze. Demnach hat auch ein Großteil der U-Boot-Flotte die Stützpunkte verlassen. Der südkoreanische Ministeriumssprecher sagte, die Mobilisierung einer derart großen Zahl von U-Booten durch Nordkorea sei "beispiellos". Rund 50 U-Boote sollen mobilisiert worden sein. Südkorea und die USA würden im Gegenzug die Überwachung der Militäraktivitäten des Nordens verstärken. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen Beamten mit der Aussage, die Zahl der U-Boote auf See sei zehn Mal höher als normal.

Lautsprecherdurchsagen als Stein des Anstoßes

Hintergrund der jüngsten Spannungen ist die Explosion von Minen an der Grenze, bei der zwei südkoreanische Soldaten verletzt wurden. Die Führung in Pjöngjang wies die Verantwortung dafür zurück. Der Süden nahm nach dem Vorfall Lautsprecherdurchsagen an der Grenze wieder auf, die beide Seiten im Jahr 2004 eingestellt hatten.

Die Lage spitzte sich weiter zu, als der Norden nach Angaben der Regierung in Seoul vier Granaten auf das Territorium des Nachbarn abfeuerte. Die südkoreanische Seite erwiderte den Beschuss mit 29 Geschossen. Daraufhin sprach der Norden von einem "Quasi-Kriegszustand".

ivi / AFP / Reuters