Nordkorea 300.000 haben ihr Zuhause verloren


Das Land kann sich jetzt schon kaum aus eigener Kraft ernähren, nun hat in Nordkorea eine Flutkatastrophe auch noch mehr als ein Zehntel der Ackerfläche überschwemmt. Damit nicht genug: 300.000 Menschen sind obdachlos, große Teile der Infrastruktur zerstört.

Bei der Flutkatastrophe in Nordkorea haben bis zu 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Diese geschätzte Zahl hätten die nordkoreanischen Behörden seinen Mitarbeitern mitgeteilt, berichtete der Asien-Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen, Paul Risley, telefonisch aus Bangkok. Die Menschen benötigten dringend Nahrungsmittel, Medikamente und Notunterkünfte. Am kommenden Wochenende wolle das WFP über ein Nothilfeprogramm beraten. Das Land hatte die Organisation um Hilfe gebeten.

Die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete, dass mehr als ein Zehntel der Ackerfläche des Landes ruiniert worden sei. Der Schaden sei größer als bei früheren Überschwemmungen. Mehr als elf Prozent der Reis- und Maisfelder seien überflutet, begraben oder weggespült worden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf einen Beamten des Agrarministeriums in Pjöngjang.

Risley sagte, nach den tagelangen Regenfällen und Überflutungen seien enorme Ernteausfälle in dem verarmten Land zu erwarten. UN-Experten seien nun unterwegs, um sich in den betroffenen Gebieten ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. UN- Generalsekretär Ban Ki Moon, ein Südkoreaner, sagte in New York bei einem Treffen mit dem nordkoreanischen UN-Botschafter schnelle Hilfe für das Land durch die Vereinten Nationen zu.

Die offiziellen nordkoreanischen Medien hatten berichtet, dass durch verheerende Unwetter seit der vergangenen Woche hunderte Menschen ums Leben gekommen seien oder vermisst würden. Den Berichten zufolge wurden zehntausende Häuser, wichtige Eisenbahnstrecken, Straßen und Brücken zerstört. Strom- und Telefonleitungen seien unterbrochen worden.

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen, um die eigene Bevölkerung einigermaßen ernähren zu können.

DPA DPA

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