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Nordkorea Volk soll Kim Jong Un "bis zum Tode" schützen


Das Volk erleidet Mangel. Doch Nordkorea verlangt, dass es dem neuen Machthaber Kim Jong Un "bis zum Tode" folgt. In dem Aufruf in den Staatsmedien kündigt das Regime zudem eine Ära des Wohlstands an.

Nach der Ernennung Kim Jong Uns zum Oberbefehlshaber der Armee hat Nordkorea das neue Jahr mit einem Aufruf zur absoluten Gefolgschaft des Sohns und Nachfolgers von Ex-Diktator Kim Jong Il begonnen. Die Partei, die Streitkräfte und das gesamte Volk sollten von der festen Überzeugung geleitet sein, "menschliche Bollwerke und Schilde zur Verteidigung Kim Jong Uns bis zum Tod zu werden", stand am Sonntag in einem gemeinsamen Neujahrsleitartikel der offiziellen Zeitungen des kommunistischen Landes.

Darin wurden den Menschen trotz andauernder Versorgungsprobleme auch Erfolge beim Aufbau eines wohlhabenden Landes versprochen. Der Artikel gab das Motto aus: "Preist 2012 als Jahr des stolzen Sieges, ein Jahr, wenn eine Ära des Wohlstands sich entfaltet." Entsprechende Pläne von Kim Jong Il würden im neuen Jahr "glänzende Früchte" hervorbringen. Allerdings räumte das Land erneut erhebliche Schwierigkeiten bei der Ernährung der Bevölkerung ein. Dies sei "ein brennendes Problem beim Aufbau eines blühenden Landes".

Abzugsforderung an Washington

Das weitgehend isolierte Regime in Pjöngjang bekräftigte zudem, Kim Jong Ils Politik fortsetzen zu wollen. Hoffnungen auf einen Kurswechsel erteilte es eine weitere Absage. Die Streitkräfte sollen gestärkt werden, hieß es. Zudem bekräftigte Nordkorea nach längerer Unterbrechung in seiner Neujahrsbotschaft wieder die Forderung an die USA, ihre in Südkorea stationierten 28.500 Soldaten zurückzuziehen, denen vorgeworfen wurde, "imperialistische Invasionstruppen" zu sein.

2012 gilt für Nordkorea wegen des 100. Geburtstags von Kim Jong Ils Vater, dem nach wie vor als gottgleich verehrten "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung, im April als besonders wichtiges Jahr. Das verarmte, aber hoch gerüstete Land ist nach einer Reihe von Naturkatastrophen und wegen Misswirtschaft seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen.

Kim Jong Uns Stellung weiter gefestigt

Am Samstag hatten die Staatsmedien berichtet, dass die herrschende Arbeiterpartei am Vortag Kims jüngstem Sohn auch den Oberbefehl über die 1,2 Millionen Mann starke Volksarmee übertragen habe. Die Übernahme des Postens von seinem Vater ist ein klares Zeichen dafür, dass der erst knapp 30-jährige Kim Jong Un seine Stellung weiter gefestigt hat.

Beobachter gehen davon aus, dass Nordkorea die Machtübertragung beschleunigen will. Die Verkündung durch das Politbüro der Partei kam einen Tag nach Ende einer 13-tägigen Trauerzeit für Kim Jong Il. Bereits am Donnerstag hatte das Regime Kim Jong Un zum "obersten Führer" der Partei, des Militärs und des Volkes ausgerufen.

Die Armee ist ein wichtiger Machtfaktor in Nordkorea, dessen Führung eine "Militär-Zuerst"-Politik verfolgt. Nach Einschätzung Südkoreas und der USA vollzieht sich der Übergang in Nordkorea bisher stabil. Kim Jong Il, der nach offizieller Darstellung am 17. Dezember infolge eines Herzinfarkts gestorben war, hatte seinen Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet.

mad/DPA DPA

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